Ukraine galt lange Zeit als ein globales Zentrum für kommerzielle Mutterschaftsvermittlung. Diese Situation steht jedoch vor einer tiefgreifenden Veränderung, da das Parlament eine Gesetzesinitiative zur Verschärfung der Aufsicht über die Branche in Erwägung zieht. Ziel der geplanten Regelung ist es, den Zugang für ausländische Eltern, die den Großteil der Wunscheltern ausmachen, einzuschränken und die Regulierung des Sektors zu verstärken. Befürworter argumentieren, dass die Praxis strenger kontrolliert werden muss, da die Branche Vorwürfen der Kommodifizierung der Fortpflanzung und der Ausbeutung schwacher Frauen ausgesetzt sei.
Die Auswirkungen des Krieges auf die Mutterschaftsbranche waren erheblich, doch die Aktivitäten haben sich nahezu auf das Niveau vor dem Konflikt zurückgebildet. Gleichzeitig wächst die Kritik an den Praktiken, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung von vulnerablen Frauen. Aktivisten betonen, dass die Situation durch den Krieg eine wachsende Notlage bei Frauen verursacht habe, was Kliniken dazu veranlasst habe, diese Möglichkeiten anzubieten, um ausländische Paare zu günstigen Preisen zu bedienen. Es wird zudem kritisiert, dass Werbemaßnahmen in den sozialen Medien die Notlage ukrainischer Frauen thematisieren und somit die Ausbeutung fördern könnten.
Ein weiteres Problem betrifft die Situation von Kindern, die nach der Geburt aufgegeben werden. Obwohl das ukrainische Recht die rechtliche Verantwortung des leiblichen Elternteils nach der Geburt festlegt, gestaltet sich die Durchsetzung grenzüberschreitender Regelungen schwierig. Es gibt Fälle, in denen Kinder, die durch kommerzielle Mutterschaftsvermittlung geboren wurden, ohne rechtliche Unterstützung in staatlichen Einrichtungen zurückgelassen wurden. Die Klinikbetreiber geben an, dass sie bei der Verantwortung für die Betreuung solcher Kinder keine finanziellen Beiträge leisten müssen.
Trotz der Kritik gibt es auch Argumente, die die kommerzielle Mutterschaftsvermittlung als vorteilhaft darstellen. Einige Akteure betonen den finanziellen Nutzen für die beteiligten Parteien und die Möglichkeit, für Menschen mit schwierigen Fruchtbarkeitsproblemen eine Chance zu bieten. Andere sehen in der Organisation der Mutterschaftsvermittlung in der Ukraine einen positiven Ansatz, insbesondere im Vergleich zu den Kosten in anderen Ländern. Die Debatte um die zukünftige Regulierung spiegelt somit einen komplexen Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen, sozialen Gerechtigkeitsfragen und den ethischen Grenzen der Fortpflanzungsmedizin wider.