Die ukrainische Armee intensivierte ihre Angriffe nahe der russisch annektierten Krim, indem sie maritime Versorgungslinien ins Visier nahm. Die Operation zielte darauf ab, die Lieferwege von Treibstoff und Gütern in und aus der besetzten Krim zu blockieren. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, berichtete, dass in den letzten vier Tagen mindestens fünfundzwanzig Schiffe im Schwarzen Meer, genauer gesagt im Azow-Meer, getroffen und in Brand gesetzt worden seien.
Diese Verluste stellten einen klaren Schlag gegen die Marinekapazität Russlands sowie gegen Wladimir Putins Zusicherung der Aufrechterhaltung der Treibstoffversorgung dar. Die Angriffe galten als jüngste Phase der selbst deklarierten „Logistik-Lockdown“-Strategie der Ukraine, welche die Versorgungskanäle zur Krim abschnüren wollte. Es wurden Gespräche über insgesamt 36 getroffene Schiffe geführt, von denen die Mehrheit der russischen „Schattenflotte“ von kommerziellen Öltankern angehörte.
Satellitenbilder lieferten Beweise für die Intensität der Angriffe. Eine Aufnahme zeigte eine große Rauchwolke, die von einem Schiff etwa zwei Kilometer vor der Krimküste aufstieg. Daten von NASA deuteten darauf hin, dass das Feuer seit dem sechsten Juli tobte und wahrscheinlich das Ergebnis der ersten Welle der ukrainischen Drohnenangriffe war. Weitere Bilder zeigten rund zwanzig weitere Schiffe, welche das Gebiet verließen und nach Süden in das Schwarze Meer fuhren.
Einige der von den ukrainischen Drohnen angegriffenen Schiffe wurden unter anderem als Venera-3, Sanar-1 und Klimena identifiziert. Auch ein Passagierfähre und ein Frachtschiff erlitten Angriffe im Hafen von Kerch. Die Möglichkeit, dass die Schiffe, die im Azow-Meer kreuzten, keine Sicherheit vor den Drohnenangriffen boten, wurde deutlich. Die ukrainische Generalstabspersonen veröffentlichten zudem Aufnahmen eines Angriffes auf einen sanktionierten Tanker namens Blue.
Diese maritimen Angriffe korrelierten mit anhaltenden Angriffen auf russische Raffinerien, welche weitreichende Engpässe bei der Treibstoffversorgung im ganzen Land verursachten, einschließlich in Moskau und Sankt Petersburg. Die russischen Treibstoffengpässe verschärften sich, und Russland verbot den Export von Diesel. Die ukrainische Militärstrategie gefährdete somit nicht nur die Landrouten zur Halbinsel, sondern auch die Seerouten. Die Lage in der Krim, insbesondere die Abhängigkeit von Seefracht, zeigte die Verwundbarkeit der russischen Logistiksysteme deutlich auf.