Deutsche Staatsanwaltschaft reichte Anklage gegen einen ukrainischen Staatsbürger wegen der Zerstörung der Nord Stream-Pipelines unter der Ostsee ein. Der Verdächtige, nur als Serhii K bekannt, soll den Angriff auf die Pipelines, welche Erdgas von Russland nach Deutschland transportierten, geleitet und koordiniert haben. Deutsche Medien berichteten, dass dieser Mann derselbe war, der im vergangenen Sommer in Italien festgenommen und im November in Deutschland ausgereist worden war. Er wies die Anschuldigungen entschieden zurück.
Die Anklage betraf den Verdächtigen, eine Gruppe von sieben Komplizen angeführt zu haben, die eine Operation zur Zerstörung von drei von vier Nord Stream-Gasleitungen vollzogen. Darüber hinaus wurde er beschuldigt, zivile Energieinfrastruktur angegriffen und Explosionen verursacht zu haben. Dieser Angriff setzte rekordverdächtige Mengen Methan in die Ostsee frei und machte die Milliardenwertige Infrastruktur funktionsunfähig. Die Explosionen traten am 26. September 2022 auf und führten zur Stilllegung der Pipelines.
Die Identität der Saboteure blieb ein Rätsel. Russland wurde von westlichen Mächten verdächtigt, während Moskau die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich für die Tat verantwortlich machte. Bisher existierten keine Beweise, welche eine staatliche Beteiligung an den Angriffen nachwiesen. Viele Ukrainer betrachteten jene, die die Nord Stream-Quelle für Russland zerstörten, als Helden. Sie fragten sich jedoch, warum Deutschland, ein zentraler Verbündeter der Ukraine, diese Verfolgung verfolgte.
Deutschland stellte die größte Quelle für militärische Hilfe der Ukraine in Europa dar. Die Verfolgung des Falles hatte somit ernste Implikationen für die Beziehungen zwischen Berlin und Kiew. Die Angeklagten verstarben nicht, doch die juristischen Schritte zeigten die tiefe Verstrickung der nationalen Interessen in diese geopolitische Auseinandersetzung.