Eine ukrainische Drohne traf in den frühen Morgenstunden eines Montags ein hochgelegenes Wohngebäude in Moskau und verursachte sichtbare Schäden an der Fassade. Dies markiert die dritte Nacht in Folge, in der die russische Hauptstadt durch Drohnenangriffe ins Visier genommen wurde, kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges. Diese Vorkommnisse verdeutlichen die anhaltende militärische Bedrohung, die die Region um den Kreml und den Roten Platz direkt betrifft.
Um die Luftraumkontrolle zu gewährleisten, haben die Behörden reagiert und zwei weitere Drohnen abgefangen. Das Verteidigungsministerium meldete den Abfang von insgesamt 117 Drohnen über mehrere russische Regionen, wobei sechzig dieser Angriffe auf die Region Sankt Petersburg gerichtet waren. Zusätzlich wurden die internationalen Flughäfen Vnukovo und Domodedovo für die Nacht außer Betrieb genommen, um den Luftverkehr zu regulieren.
Die Eskalation der Drohnenangriffe hat auch politische Reaktionen ausgelöst. Das Kreml kündigte eine Reduzierung der jährlichen großen Militärparade an, da es eine „Terrorbedrohung“ durch die Ukraine gebe. Für das erste Mal seit 2008 werden bei der Parade keine gepanzerten Fahrzeuge oder Raketensysteme mehr gezeigt. Zudem wurden in Moskau aus Sicherheitsgründen mobile Internetdienste für einen Großteil der Woche eingeschränkt.
Die Ukraine nutzt ihre entwickelten Langstrecken-Drohnen routinemäßig, um kritische Infrastruktur und Raffinerien in Russland anzugreifen und damit die russische Ölproduktion und Einnahmen zu schwächen. Präsident Selenskyj betonte, dass die russische Angst vor Drohnen über dem Roten Platz ein deutliches Signal sei und die Notwendigkeit betont, den Druck aufrechterhalten zu müssen.
Parallel dazu führt die Kriegsführung auch zu Gegenangriffen. Ukrainische Stellen berichteten über jüngste Raketenangriffe nahe der Grenze zu Russland, die zu Todesfällen und Verletzungen führten. Diese kontinuierliche Dynamik der Luftkriegsführung prägt die Sicherheitslage sowohl in der Ukraine als auch in Russland.