Ukrainische Streitkräfte setzten Drohnenvideos der letzten Momente russischer Soldaten ein. Diese Clips, bekannt als „Yoblyks“, dienten der Demoralisierung der gegnerischen Seite und der Darstellung der tatsächlichen Kosten der russischen Invasion. Viele Beobachter empfanden diese Darstellungen als entmenschlichend und beleidigend. Für viele Ukrainer hingegen stellten die Videos eine brutale Erinnerung an das Schicksal der russischen Soldaten dar, die an der Invasion von Wladimir Putin teilnahmen.
Robert Brovdi, Leiter der unbemannten Systeme-Truppen und Gründer von „Magyar’s Birds“, initiierte diese Praxis. Seine 414. Luftangriffbrigade leitete die Nutzung von Schlachtfeldvideos ein, die oft durch Drohnen aus erster Person gefilmt wurden. Brovdi erklärte, das Ziel sei es gewesen, den russischen Soldaten zu zeigen, dass sie bei Mobilisierung in der Ukraine getötet würden und der Tod ihnen bevorstehe. Er betonte, dass die Videos dazu dienten, die Feinde als hilflos darzustellen, um die Moral der eigenen Truppen zu stärken.
Die Videos wurden bewusst arrangiert, um die Opfer zu verspotten. Es zeigte sich, dass die Soldaten oft bei der Bewegung zur Front oder beim Transport von Versorgungsgütern getötet wurden. Brovdi beschrieb die Soldaten als einfache Männer, die zur Erfüllung von Befehlen veranlagt waren. Er betonte, dass die Trainingszeiten kurz seien und viele Soldaten nur wenige Wochen nach der Entlassung starben. Ein weiterer Mitarbeiter von „Magyar’s Birds“ bezeugte, dass die russischen Truppen routinemäßig über Gefahren getäuscht wurden und von den Befehlen getäuscht wurden.
Die Verbreitung dieser Inhalte führte zu einer breiten Wirkung, auch innerhalb Russlands. Es entstanden verschiedene Subgenres der Internet-Diskussionen. Während einige russische Frauen Fotos von sich und ihren Männern veröffentlichten, während sie zur „Sondermilitäroperation“ gingen, antworteten Ukrainer mit Drohnenaufnahmen der Todesfälle. Die Videos dienten auch der Verifizierung russischer Verluste, die laut Kiew über dreißigtausend Soldaten pro Monat betrafen.
Die Debatte um die moralische Verwertbarkeit dieser Bilder blieb ungeklärt. Einige Kritiker empfanden die Inhalte als unangebracht. Andere, wie Anatolii Loza, argumentierten, dass das Völkerrecht beim Töten von Kombattanten auf dem Schlachtfeld nicht anwendbar sei. Die Notwendigkeit des schwarzen Humors im Kriegsgeschehen wurde ebenfalls betont. Brovdi erklärte, dass schwarzer Humor essenziell sei, um den eigenen Leuten zu zeigen, dass sie nicht nur überleben, sondern auch gegen den Feind hart zurückschlagen konnten.