Ein hochrangiger ukrainischer Geheimdienstoffizier erhielt lebenslange Haftstrafe für die Spionage für den russischen FSB-Sicherheitsdienst. Der ehemalige Offizier Dmytro Kozyura wurde vom Staatsanwalt der Ukraine als hochverraten unter Kriegsrecht verurteilt. Kozyura war zuvor Chef des Stabes der Anti-Terror-Zentrale des Sicherheitsdienstes der Ukraine. Die Sicherheitsdienstbehörde erklärte, dass eine Operation mit dem Codenamen „rat“ ihn dazu veranlasst hatte, ein Versteck in Kiew zu nutzen, um mit russischen Kontaktpersonen in Kontakt zu treten. Diese Kontakte dienten der Beschaffung klassifizierter Informationen über die ukrainische Militärführung und das politische Oberkommando.
Der Staatsanwalt betonte, dass Kozyura zugestimmt hatte, Informationen, die als Staatsgeheimnisse galten, im Austausch gegen finanzielle Vergütung weiterzugeben. Er empfand diese Handlung als besonders verwerflich und verdiente die härteste Strafe. Die Sicherheitsdienstbehörde teilte mit, dass sie seit dem Beginn der umfassenden Invasion Russlands im Februar 2022 zahlreiche Operationen zur Entdeckung russischer Agenten auf ukrainischem Boden durchführte.
Nach seiner Festnahme im Februar 2025 veröffentlichte die Sicherheitsdienstbehörde ein Foto des ehemaligen Offiziers zusammen mit dem Chef der ukrainischen Geheimdienste, Vasyl Malyuk, der die Ermittlungen leitete. Die Behörde berichtete, dass Kozyura 2018 vom FSB in Wien rekrutiert worden war. Mehrere Jahre vergingen, bevor seine Kontakte im Dezember 2024 wieder aufgenommen wurden.
Kozyura wurde anschließend beauftragt, Informationen über die Entsendung und Bewegung der russischen Streitkräfte sowie über ukrainische Waffen, Infrastruktur und ihre politische und militärische Führung zu sammeln und weiterzugeben. Seine Aktivitäten umfassten die Überwachung von SBU-Kommandostellen und die systematische Weitergabe der Folgen russischer Angriffe, einschliesslich der Anzahl der verwundeten Soldaten und Zivilisten. Er kommunizierte in ständiger Weise mit seinen Kontaktpersonen und teilte Dokumente mit, die als „geheim“ gekennzeichnet waren.
Der Staatsanwalt erklärte, dass jeder, der ukrainische Epauletten trug und für den FSB arbeitete, ein Feind der Ukraine wurde. Er betonte, dass nur die härteste Bestrafung für solche Personen angemessen sei. Die Sicherheitsdienstbehörde erklärte, dass sie Kozyura vor seiner endgültigen Verhaftung genutzt hatte, um die russischen Streitkräfte mit einer grossen Menge an Desinformation zu überfluten, während sie gleichzeitig verhinderte, dass er wichtige Geheimdienstinformationen erlangte. Er wurde wegen Hochverrats unter Kriegsrecht und wegen illegaler Handhabung von Waffen, Munition oder Sprengstoffen verurteilt.