Die UN-Generalversammlung stimmte am Mittwoch überwältigend für einen wegweisenden Beschluss zur Klimakrise ab. Der Premierminister der pazifischen Insel Vanuatu feierte das Ergebnis als Beginn eines „neuen Kapitels“ im Klimaschutz. Experten betonten, dass die Anerkennung der rechtlichen Verantwortung der Staaten, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und fossile Brennstoffe zu bekämpfen, einen Schub für die Klimadiplomatie und das Rechtsverfahren liefern konnte.
Die internationale Gerichtshof-Meinung (ICJ) von 2025, die zu diesem Zeitpunkt als „historischer Sieg“ für kleine Inselstaaten galt, erwies sich bisher als schwaches diplomatisches Instrument. Um die Wirkung auf der Grundlage zu erhöhen, leitete Vanuatu Verhandlungen zu einer neuen UN-Resolution, ein langwieriger Prozess, der zahlreiche Kompromisse erforderte. Die endgültige Fassung, die von neunzig Ländern mitverfasst wurde, forderte Staaten auf, einen „gerechten, geordneten und gleichberechtigten Weg“ zur Klimaneutralität bis 2050 zu beschreiten und „ineffiziente Subventionen für fossile Brennstoffe“, die keine Energiearmut oder gerechte Übergänge adressierten, schrittweise abzuschaffen.
Obwohl die Resolution keine spezifische Verantwortung bei einzelnen Staaten festlegte, stimmten 141 Länder zugunsten, während 28 zurückstanden und acht Staaten dagegen stimmten, darunter einige der größten Öl- und Gasproduzenten der Welt wie die USA, Saudi-Arabien und Russland. Die Gerichtshof-Meinung hatte bisher mehr Einfluss auf nationaler Ebene als auf diplomatischer Ebene. Juristen bemerkten, dass die Resolution die innenpolitische Rechtsprechung transformierte und nationale Klimaplanungen dazu anregte, die juristischen Schlussfolgerungen der Meinung zu integrieren.
Dennoch sah man den größten Einfluss der neuen Resolution auf die Klimadiplomatie. Es zeigte sich, dass die internationale Gemeinschaft erkannte, dass die Konferenz der Parteien nicht der einzige Ort war, an dem Fortschritte erzielt wurden. Die politische Dynamik wuchs, als die Abstimmung nach der ersten Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Kolumbien stattfand. Experten forderten nun, dass Regierungen diese Resolution in konkrete Fahrpläne umsetzten, um den Ausstieg aus der Nutzung, Produktion und dem Konsum fossiler Brennstoffe gerecht zu werden.
Die großen Öl- und Gasproduzenten widersetzten sich jeglicher Behauptung rechtlicher Verpflichtungen zur Minderung ihrer Treibhausgasemissionen. Die USA lobten beispielsweise den vollständigen Rückzug der UN-Resolution. Dennoch war die Mehrheit, die die Resolution unterstützte, beeindruckend, da sie auch viele Staaten umfasste, die vollständig von fossilen Brennstoffen abhängig waren. Einige Staaten äußerten jedoch weiterhin unterschiedliche Ansichten hinsichtlich des Umfangs und des Inhalts der Verpflichtungen, was die Umsetzung weiterer Maßnahmen erschwerte.