Der Sonderermittler für Kriegsverbrechen und die australische Bundespolizei forderten die Anti-Korruptionskommission auf, Medienlecks bezüglich der Verhaftung von Ben Roberts-Smith zu untersuchen. Roberts-Smith, ein Victoria-Kreuz-Empfänger, stand wegen fünf Vorwürfen des Kriegsverbrechens Mordes gegen unbewaffnete Zivilisten während seiner Dienstzeit mit der australischen SAS in Afghanistan unter Anklage. Der ehemalige SAS-Offizier wies die Anschuldigungen vehement zurück und erklärte: „Ich bestreite all diese Vorwürfe kategorisch.“
Der Direktor-General des Büros des Sonderermittlers für Kriegsverbrechen teilte den Senatsschätzungen am Dienstagabend mit, dass er überrascht war, dass Journalisten Kenntnis von der Verhaftung vorab erlangt hatten. Die beiden Organisationen leiteten mögliche unautorisierte Offenlegungen an die Nationale Anti-Korruptionskommission (Nacc) weiter und warteten auf eine Antwort. Es bestand der Verdacht auf eine unautorisierte Veröffentlichung von Informationen.
Auf Nachfrage, wie die Medien über die bevorstehende Verhaftung informiert wurden, antwortete der Direktor-General: „Das ist eine gute Frage. Es ist eine Angelegenheit, die mich betrifft. Die Medien waren offenbar mit Informationen vertraut, weshalb wir Schritte unternahmen, um festzustellen, was dort geschehen war.“ Er erklärte weiter, dass sein Büro Kenntnis von Journalisten hatte, die am Morgen der Verhaftung anwesend waren, da er „Medien an verschiedenen Orten am Morgen gesehen hatte“. Die Behörden hatten die Nacc schriftlich informiert und um Informationen gebeten, um die unautorisierte Offenlegung zu prüfen.
Die fünf Anklagen gegen Roberts-Smith betrafen drei Vorfälle während seiner Einsätze mit der SAS auf der zwei Jahrzehnte lange, letztlich gescheiterte Mission in Afghanistan. Die Umstände und der Ort der Verhaftung lösten in den letzten Wochen politische Debatten aus. Die Bundespolizei verbreitete Videos des 47-jährigen Mannes, wie er auf dem Vorplatz aus einem Flugzeug gebracht wurde, begleitet von Beamten. Vor der Verhaftung hatte das Büro des Sonderermittlers auch die Anwaltskanzlei des Justizministers, Michelle Rowland, darüber informiert, dass die Verhaftung an diesem Tag stattfand. Operationelle Details, wie der genaue Ort der Verhaftung, wurden dieser Stelle vorab nicht mitgeteilt.