FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wissenschaft

Universität Melbourne änderte Protestrichtlinien nach Palästinensischen Demonstrationen

Kommission prüft Antisemitismus und soziale Kohäsion an Universitäten

Der stellvertretende Rektor der Universität Melbourne (UoM) erklärte, dass die Palästinensischen Versammlungen auf dem Campus die Institution dazu veranlasst hätten, ihre Protestrichtlinien „deutlich“ zu ändern. Er bestätigte, dass weitere Beschränkungen entstehen könnten. Professor Glyn Davis erschien vor der königlichen Kommission zum Antisemitismus und zur sozialen Kohäsion, welche die Erfahrungen jüdischer Studierender und Akademiker sowie die Reaktion der Universitäten untersuchte.

Davis beurteilte, dass ein auf dem Campus gegründetes Lager im Jahr 2024, welches die UoM aufforderte, ihre Beziehungen zu Israel und Waffenunternehmen zu beenden, „Angst und Unsicherheit“ unter Personal und Studierenden erzeugte. Er erklärte, dass es „regelmässige Diskussionen“ mit der Victoria-Polizei gab, welche intervenierten, solange kein Gesetz verletzt wurde. Davis bestätigte, dass während des Lagers Verfehlungen wie „Störung und Belästigung“ stattfanden, diese jedoch nicht als antisemitisch oder als Verstoß gegen die Rassengesetzgebung der UoM eingestuft wurden.

Die Situation eskalierte nach einer Versammlung im Kunstgebäude der UoM im Mai 2024 und der Besetzung des Büros des jüdischen Physikprofessors Steven Prawer im Oktober. Prawer bat den Kommissar um die Offenlegung der Identität seiner Demonstranten zum „Schutz“. Davis betonte jedoch, dass die Identität der Demonstranten nicht offengelegt werden sollte, um „einen Makel auf das Leben der anderen nicht zu setzen“.

Die Atmosphäre auf dem Campus „veränderte sich dramatisch“ nach diesen Vorfällen, und die Reaktion der Universität auf Proteste änderte sich ebenfalls „deutlich“. Die UoM verbot Ausländern Demonstrationen auf dem Campus, verbot das Campen vor Ort und untersagte Proteste im Innenbereich. Zudem hatte die staatliche Unterstaatskommissarin letztes Jahr festgestellt, dass die UoM gegen das Datenschutzgesetz verstossen hatte, als sie das WLAN-Netzwerk zur Überwachung von Studierenden und Mitarbeitern während der Versammlung nutzte. Davis erklärte, die Universität habe ihre WLAN-Richtlinien überprüft und nun klare Warnungen bezüglich der Nutzung und des Zwecks der Daten bereitgestellt.

Davis deutete weitere Reformen der Regeln bezüglich Plakaten an, insbesondere die Identifizierung von Organisationen oder Personen, die offensive Materialien verbreiteten, an. Er meinte, dass eine Reihe von Richtlinienänderungen im Lichte der königlichen Kommission und anderer laufender Verfahren erfolgen würde. Er betonte zudem, dass akademische Freiheit und Meinungsfreiheit nicht auf die Unterschrift unter eine Erklärung angewendet werden sollten. Professor Mark Scott, stellvertretender Rektor der University of Sydney, warnte davor, dass die erzwungene Auflösung des Lageres „explodieren“ könnte. Er betonte, dass die Priorität auf einer „friedlichen Lösung“ lag, aber die fehlende weitere Konsultation mit jüdischen Gruppen ein „wirkliches Versagen“ darstellte.

Die Universität führte seit der Auflösung des Lagers eine Reihe von Protestbekämpfungen ein, darunter die Anforderung, dass Organisatoren Demonstrationen bei der Verwaltung informieren mussten, das Verbot von Lagern und Innenprotesten sowie die Forderung nach Genehmigungsdetails für Plakate. Professor Scott bemerkte eine „starke Reaktion“ auf diese Änderungen, doch es gab eine „erhebliche Reduktion“ der Studierendenbeschwerden seit deren Durchsetzung. Er sah die Situation durch die Brille des „sicheren Managements unserer Umgebung“ und betonte die Notwendigkeit, eine Kultur zu schaffen, die die Freiheit vieler Menschen ermöglicht, ihre Stimme zu hören und zu äußern. Der Verband der Hochschulen betonte, dass jüdische Studierende und Mitarbeiter ein „absolutes Recht auf Sicherheit“ besaßen, welches nicht verhandelbar sei, während die akademische Freiheit ebenfalls gewahrt bleiben müsse.

UniversitätProtestAntisemitismusHochschulpolitik

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp