In den Vereinigten Staaten vollzog sich ein signifikanter Wandel: Immer mehr Unternehmer entschieden sich für den Verkauf ihrer Unternehmen an ihre Mitarbeiter. Diese Entwicklung resultierte aus dem Wunsch nach einer nachhaltigen Unternehmensführung und der Notwendigkeit, lokale Arbeitsplätze zu sichern. Die Motivation hinter diesem Trend lag oft im bevorstehenden Ruhestand der Gründer und der Erkenntnis, dass die Weitergabe des Betriebs eine zukunftsfähige Alternative zur Übernahme durch externe Investoren darstellte.
Ein Beispiel zeigte sich bei Softstar Shoes in Oregon. Als der Schuhmacher im Januar 2025 von seiner dreißigköpfigen Belegschaft übernommen wurde, entdeckte das Unternehmen eine neue Energie für die Ressourcennutzung und die Steigerung der Gewinne. Die ehemalige alleinige Eigentümerin, Tricia Salcido, entschied sich für diesen Schritt, da sie mit 56 Jahren ihre Zukunft planten musste. Salcido berichtete, dass die Mitarbeiter wertvolle Einblicke lieferten, die ihr zuvor nicht zur Verfügung standen, und Vorschläge zur Optimierung des Geschäftsbetriebs einbrachten.
Diese Praxis war nicht isoliert. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigte, dass jährlich bis zu sechshundert US-Firmen an ihre Arbeitnehmer verkauft wurden. Investitionsfonds unterstützten diese Transaktionen, was die Finanzierung der Geschäfte stark erhöhte. Dies deutete auf eine breite Akzeptanz für die Übertragung von Unternehmen hin. Darüber hinaus wiesen Forschungen nach, dass unternehmerisch geführte Firmen produktiver waren, seltener Mitarbeiter entlassen mussten und höhere Löhne zahlten.
Die Verankerung lokaler Betriebe war ein weiterer entscheidender Faktor. Salcido sah in der Mitarbeiterbeteiligung eine Möglichkeit, ihre handwerkliche Schuhmacherei vor dem Verlust durch kostensenkende Unternehmensübernehmer zu schützen. Viele andere Unternehmer standen vor ähnlichen Entscheidungen, da Schätzungen zufolge sechs Millionen kleine und mittlere Unternehmen in den USA zwischen nun und 2035 im Ruhestand geraten würden. Experten bezeichneten diese Massenrente als eine „Silber-Tsunami“-Welle der Eigentümerwechsel.
Es existierten verschiedene Strukturen für die Übertragung des Unternehmens an die Belegschaft. Ein Mitarbeiterbeteiligungsfonds (Employee Ownership Trust) ermöglichte es, dass ein Treuhandfonds das Unternehmen im Namen der Mitarbeiter besaß. Der Fonds zahlte dem ehemaligen Eigentümer den vereinbarten Verkaufspreis in Raten als Anteil an zukünftigen Gewinnen. Eine andere Methode war der Mitarbeiteraktienplan (Employee Stock Ownership Plan), bei dem die Mitarbeiter Aktien erhielten, die sie erst bei Ausscheiden aus dem Unternehmen liquidieren konnten. Diese Modelle boten zwar Vorteile, waren jedoch komplex in der Einrichtung und bedurften oft einer längeren Wartezeit für die Erhalt der Mittel.
Dennoch zeigte sich politische Unterstützung für diese Entwicklung. Die Regierung begann, die Mitarbeiterbeteiligung zu fördern, indem sie Initiativen zur Vereinfachung des Prozesses aufwarf. Die Bundesbehörde für Arbeit initiierte eine neue Initiative, die sowohl die Praxis förderte als auch Beratung anbot. Experten erwarteten, dass diese politischen Maßnahmen dazu führten, dass in den kommenden Jahren vermehrt erfolgreiche Eigentümerwechsel in den USA stattfanden.