Die unabhängige Korruptionsprüfstelle (Icac) untersuchte Vorwürfe, dass politische Spenden durch die Catholic Schools NSW an die Liberalpartei erfolgten. Es wurde behauptet, Spenden seien in Beträgen geleistet worden, die nicht deklariert und die geltenden Höchstgrenzen überschritten. Es wurde ferner angedeutet, dass die Spenden durch den Vorstand der Catholic Schools NSW arrangiert und genehmigt wurden, um Mitglieder in die Partei zu rekrutieren oder zu erneuern – eine Praxis, die als „Zweigstelle-Stapelung“ bekannt war. Die Catholic Schools NSW regierte fast sechshundert Schulen.
Ein Experte für Bildungsfinanzierung forderte die Regierungen auf, gemeinsam mit der Icac-Untersuchung die Catholic Schools NSW zu überprüfen. Er betonte, dass die Bundes- und Landesregierungen spezifische Verantwortlichkeiten besaßen, um sicherzustellen, dass öffentliche Gelder nach ihrem Zweck verwendet wurden. Er forderte eine gemeinsame Prüfung der Bücher der Organisation.
Es bestand die Sorge, dass die Organisation durch diese Vorwürfe ihr Status als gemeinnützige Einrichtung verlieren könnte, wenn festgestellt wurde, dass sie einen „diskvalifizierenden politischen Zweck“ verfolgte. Die Finanzierung der katholischen Schulen stammte nahezu vollständig aus Bundes- und Landesmitteln, was eine Summe von rund 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 2024 umfasste.
Die Regierung von New South Wales erklärte, sie hätten keine Pläne für eine sofortige Prüfung der Catholic Schools NSW. Man schlug vor, die Untersuchung der Icac abzuwarten, bis diese Bericht an das Parlament und andere unabhängige Stellen erbracht hatte. Der Premierminister lehnte eine sofortige Überprüfung ab.
Die Grünen in New South Wales forderten eine separate Prüfung der Catholic Schools NSW und bekräftigten ihren Druck, die öffentliche Finanzierung privater Schulen zu beenden. Sie bezeichneten die Nutzung und Veruntreuung öffentlicher Mittel für katholische Schulen als unzumutbar. Es wurde gefordert, dass jede Schule, die korrupte Handlungen begangen hatte, alle öffentlichen Mittel bis zur Beendigung der Untersuchung verweigerte.