Mindestens vier Menschen starben in Ostjapan infolge eines unvorstellbar starken Regens. Diese Wetterereignisse hinterließen nahezu 7.000 Personen auf dem Flughafen Narita in Tokio und zwangen Tausende andere, Zuflucht in staatlichen Gebäuden zu suchen. Die sintflutartigen Regenfälle trafen die Präfektur Chiba, östlich von Tokio, am Donnerstagabend und lösten Lawinenwarnungen sowie Stromausfälle aus.
Die Intensität des Niederschlags war außergewöhnlich. Stündlich fielen 115 Millimeter Regen, eine Menge, die dem gesamten August normalerweise entsprach. Die Japan Meteorological Agency erließ erstmals die höchste Warnstufe 5 für starke Regenfälle und Erdrutsche für die Präfektur. In diesem Zusammenhang erließen Behörden Evakuierungsanordnungen für über 400.000 Menschen in Chiba und anderen Gebieten, und etwa 45.000 Wohnhäuser verloren die Stromversorgung.
Die Tragödie manifestierte sich in mehreren Todesfällen. Ein Körper eines Mannes, dessen Alter zwischen sechzig und siebzig Jahren lag, fand in einer überfluteten Straße in der Stadt Ichikawa. Eine sechzigjährige Frau starb, als ihr Auto in den Überschwemmungen in Sakura City gefangen blieb. Zudem wurden zwei weitere Personen als nicht gerettet gemeldet, da sie nicht aus ihren Fahrzeugen entkommen konnten. Soldaten wurden in die Region entsandt, um bei den Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
Der Gouverneur von Chiba, Toshihito Kumagai, betonte die Besonderheit der Lage. Er erklärte gegenüber Journalisten, dass er zwar viele Katastrophen erlebt hatte, aber nie eine Situation wie diese erfahren habe. Tausend Passagiere verbrachten die Nacht auf Narita, einem der wichtigsten internationalen Flughäfen Tokios, während 1.700 Menschen Schutz im Regierungsgebäude der Präfektur Chiba suchten.
Die Bilder, die vom öffentlich-rechtlichen Sender NHK gezeigt wurden, zeigten Wasser, das heftig aus einer Wartungslücke sprühte und die Höhe eines nahegelegenen fünfstöckigen Gebäudes überschritt. Obwohl der Regen am Freitag nachließ, warnten die Behörden weiterhin vor den Gefahren der Überschwemmungen in der Region. Die Ministerien der Land-, Infrastruktur-, Verkehrs- und Tourismusbehörde mahnten zur Vorsicht an und riefen dazu auf, bei Hochwassergefahren zu handeln und frühzeitig die Evakuierungsanweisungen der lokalen Gemeinden zu beachten.
Meteorologen in Japan erklärten, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse erhöhte. Diese Entwicklung verdeutlichte die zunehmende Bedrohung durch extreme Naturphänomene, welche die Gesellschaften weltweit betreffen.