Die US-Streitkräfte führten neue Angriffe auf den südlichen Iran durch. Die Operationen zielten auf iranische Raketenstellungen sowie auf Boote ab, welche versuchten, Minen zu platzieren. Das Zentrale Kommando erklärte in einer Stellungnahme, die Angriffe seien in „Selbstverteidigung“ erfolgt und dienten dem Schutz der Truppen vor Bedrohungen durch iranische Kräfte. Der Sprecher des Zentralkommandos versicherte zudem, dass die Streitkräfte weiterhin verteidigt wurden und während des laufenden Waffenstillstands Zurückhaltung gewahrt blieb.
Diese militärischen Maßnahmen erfolgten inmitten intensiver diplomatischer Verhandlungen. Der iranische Außenminister Esmail Baqai berichtete, dass Fortschritte in den Gesprächen mit den Vereinigten Staaten erzielt worden seien. Er betonte jedoch, dass ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts noch nicht unmittelbar bevorstehe. Die Angriffe richteten sich auf eine Region nahe Bandar Abbas, einer südlichen Hafenstadt und Heimat einer iranischen Marinebasis, welche am Hormusstaat liegt.
Iran reagierte auf die jüngsten US-Angriffe noch nicht. Es blieb unklar, welche Auswirkungen diese Operationen auf ein mögliches Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hätten. Präsident Donald Trump hatte am Wochenende angedeutet, dass die Seiten nahe an einem Deal seien, erklärte jedoch später, er habe die Verhandler angewiesen, sich nicht überstürzt in eine Einigung zu begeben. Der US-Außenminister Marco Rubio äußerte ebenfalls die Möglichkeit, dass ein Abkommen am Montag erreicht werden könne.
Baqai wies diese Aussagen ab und stellte klar, dass zwar eine Schlussfolgerung hinsichtlich eines großen Teils der diskutierten Punkte erreicht worden sei, dies jedoch keine unmittelbare Verpflichtung zum Unterzeichnung eines Abkommens bedeute. Dennoch nahmen die Spitzenverhandler und der Außenminister des Iran an Doha teil, um ein mögliches Abkommen mit den Vereinigten Staaten zu erörtern.
Seit dem 8. April herrschte ein Waffenstillstand. Iran behielt die Kontrolle über den Schiffsverkehr im Hormusstaat, während die US-Marine versuchte, die Häfen des Iran zu blockieren. Die Eskalation resultierte aus früheren Aktionen, bei denen die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar weitreichende Angriffe auf den Iran führten. Diese Reaktion des Iran, die Israel und Verbündete im Golf angriff und den Hormusstaat faktisch schloss, führte zu einem Anstieg der globalen Ölpreise.