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Welt

US-Gesandte in Kiew: Verhandlungen über den Kriegsende scheiterten

Kushner und Witkoff suchten nach einer Lösung, doch gemeinsame Grundlagen blieben unerreichbar

Die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff reisten nach Kiew, um am zweiten Tag der Gespräche über ein Ende des Krieges in der Ukraine zu verhandeln. Präsident Wolodymyr Selenskyj empfing Witkoff mit einer Umarmung und bedankte sich für die Besuche. Die Gespräche fanden vor der historischen St. Sophia Kathedrale statt, die nahe der Aufsichtszentrale der ukrainischen Nachrichtendienste lag. Diese Nähe markierte eine Eskalation, da die Kathedrale am Freitag Nachmittag von einer russischen Drohne getroffen wurde, was den Konflikt, der nun über vier Jahre andauerte, weiter verschärfte.

Witkoff und Kushner trafen sich am Tag nach einem dreistündigen Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Diese Reise stellte den ersten Besuch der US-Vertreter in der ukrainischen Hauptstadt dar und zielte darauf ab, die Bemühungen um ein Friedensabkommen zu intensivieren. Die Verhandlungen konzentrierten sich auf einen zwanzigpunkigen Friedensplan, den Washington und Kiew im Dezember vorgelegt hatten. Dennoch gelang es den beiden Seiten nicht, auf einige entscheidende Streitpunkte, insbesondere die Kontrolle über Territorien im Osten des Landes, eine gemeinsame Linie zu finden.

Die diplomatischen Bemühungen erlebten eine Phase des Rückschritts, da die Aufmerksamkeit der Vereinigten Staaten für sechs Monate auf den Konflikt in Iran gerichtet blieb. Obwohl das Weiße Haus erklärte, dass substanzielle Pläne für die nächsten Schritte mit Moskau erörtert worden seien, folgten keine konkreten Ankündigungen. Der Kreml-Berater Jurij Ushakow beschrieb die Treffen als „äußerst offen“ und betonte die Notwendigkeit, „die Ursachen des Konflikts“ anzugehen. Moskau und Kiew versprachen, Angriffe auf die jeweiligen Hauptstadtzentren für drei Tage einzustellen, um den Verhandlern den freien Durchgang zu gewährleisten.

Die Luftraumzone der Ukraine blieb seit dem Beginn der umfassenden Invasion Russlands im Februar 2022 geschlossen. Die Hauptstadt erlebte eine Atempause von den täglichen Drohnenangriffen, doch andere Regionen blieben weiterhin Ziel von Angriffen. Ukrainische Behörden berichteten am Sonntag über den Verlust von mindestens acht Menschen und die Verletzung von sechzigundneunzehn Personen im vergangenen Tag. Zudem stand die Ukraine vor einem kritischen Mangel an US-Herstellerpatriot-Abfangraketen, welche die eingehenden Bedrohungen abwehren konnten.

Die Besorgnis unter den Ukrainern wuchs hinsichtlich der Fortsetzung des Krieges in ein fünftes Jahr und der bevorstehenden Winterzeit. Der Verteidigungstechnologe von Selenskyj, Serhii Beskrestnov, riet die Regierung, ältere Menschen aus der Hauptstadt evakuiert zu haben, da Putin seinen Militär zur Durchführung von Massenangriffen auf ukrainische Energieanlagen befahl. Russland und die Ukraine erhöhten ihre Nutzung von Langstreckenraketen in den letzten Wochen, um die Moral der Gegenseite zu schwächen.

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