Das anfängliche Memorandum of Understanding zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran kündigte die Wiedereröffnung des Hormus-Straits an und legte den Grundstein für Verhandlungen über nahezu alle weiteren Punkte. Präsident Donald Trump präsentierte die Vereinbarung als einen bedeutenden Erfolg für die Vereinigten Staaten auf dem G7-Gipfel in Frankreich. Dennoch bestätigten neue Details, die von US-Beamten in einem Gespräch mit Journalisten veröffentlicht wurden, dass beide Länder noch einen langen Weg zu einem umfassenden Friedensabkommen hatten, welches Trumps Hauptziel – die Verhinderung der Entwicklung nuklearer Waffen durch den Iran – erreichen sollte.
Die Vereinbarung versprach, dass der Iran sein Vorrat an hochverunreinigtem Uran unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) „reduzieren“ müsse. Ein hochrangiger US-Beamter bezeichnete diese Maßnahme als einen „bedeutenden Zugestanden“ durch den Iran. Dennoch blieben die technischen Details darüber, wie dies geschehen sollte und in welchem Zeitrahmen, offen. Die Verhandlungen für einen endgültigen nuklearen Pakt erforderten nun eine intensive 60-tägige Phase, die nach der geplanten Unterzeichnung begann.
Ein zentrales Thema betraf die finanzielle Unterstützung. Trump versicherte, dass die Vereinigten Staaten dem Iran keine Gelder zur Verfügung stellen würden. Diese Position diente ihm als Argument, um seine Haltung gegenüber Teheran gegenüber der der Obama-Administration zu differenzieren. Allerdings ließ die Formulierung des Abkommens Raum für zukünftige Zahlungen, was ein erhebliches politisches Problem für Trump und seinen Stellvertreter JD Vance darstellte. Die anti-interventionistische Basis der MAGA-Bewegung sah sich möglicherweise mit dieser Möglichkeit einer späteren Entschädigung konfrontiert.
Darüber hinaus wurden wichtige Punkte, die bei Beginn des Konflikts als Priorität genannt wurden, in der Vereinbarung nur oberflächlich behandelt. Die Beendigung der Feindseligkeiten umfasste die Entsendung von Hezbollah, doch die Gruppe fand kaum Erwähnung im Dokument. Auch die Details des iranischen Raketenprogramms blieben unberührt. Die Möglichkeit einer Verlängerung der Frist von 60 Tagen zeigte, dass beide Seiten nicht tief optimistisch waren, ein umfassendes Abkommen zu erzielen. Trump selbst äußerte sich in seinem G7-Statement vage über die Aussichten eines dauerhaften Friedens mit dem Iran und erklärte: „Wenn es nicht innerhalb von 60 Tagen zustande kommt, ist das in Ordnung. Wir kehren zum Bombardieren zurück.”