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Wirtschaft

US-Justizministerium ließ Anklage gegen Adani fallen

Hintergrund: Die Rolle des Rechtsbeistands und die Vorwürfe der Korruption

Das US-Justizministerium ließ die Strafanzeigen gegen den indischen Milliardär Gautam Adani fallen. Dies geschah nach der Beauftragung eines neuen Rechtsteams, das vom persönlichen Anwalt von Donald Trump geleitet wurde, berichteten neue Quellen. Der Anwalt Robert J. Giuffra Jr. erklärte in einem nicht näher genannten Treffen mit dem Justizministerium, dass Adani eine Investition von zehn Milliarden Dollar in die US-Wirtschaft tätigen und fünfzehntausend Arbeitsplätze schaffen würde, sofern die Anklage gegen ihn zurückgezogen wurde.

Giuffra präsentierte zudem eine Präsentation mit hundert Folien, welche darlegte, warum die Staatsanwaltschaft weder Beweise noch Zuständigkeit für den Fall besaß. Obwohl die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die potenzielle Investition das Ergebnis des Verfahrens nicht beeinflussen würde, erhielt das Angebot eine günstige Reaktion von einem leitenden Beamten des Justizministeriums, so die Berichte.

Adani wurde vorgeworfen, mit dem Zweck von 250 Millionen Dollar in Bestechung von indischen Regierungsbeamten verhandelt zu haben und amerikanische sowie internationale Investoren durch falsche Aussagen getäuscht zu haben. Er und zwei weitere Führungskräfte eines indischen erneuerbaren Energienunternehmens wurden im November 2024 in New York angeklagt. Die Justizbehörde behauptete damals, dass Adani zusätzlich zu den Bestechungsgeldern versucht hatte, „Investoren und Banken durch Lügen zu täuschen, um Milliarden von Dollar zu beschaffen, und die Justiz zu behindern“.

Lisa Miller, stellvertretende Beraterin der Generalstaatsanwaltschaft, äußerte sich dazu, dass diese Verbrechen von leitenden Führungskräften und Direktoren begangen worden seien, um durch Korruption und Betrug massive staatliche Energieversorgungsverträge zu erlangen und zu finanzieren, was auf Kosten amerikanischer Investoren geschah.

Adani galt als einer der reichsten und mächtigsten Männer der Welt durch die Gründung der Adani Gruppe, eines Konglomerats, das die Häfen Indiens betrieb, Kohlekraftwerke errichtete und Kohleminen im Land eröffnete. Er pflegte enge Beziehungen zum nationalistischen Premierminister Narendra Modi, dessen Parteimitglieder Verträge an die Adani Gruppe vergaben, welche der Gruppe erlaubten, zu monopolisieren und zu expandieren. Dies führte zu Vorwürfen der Bevorzugung und des „Vetternwirtschaftskapitalismus“, den die Adani Gruppe bestritt. Journalisten, die die Firma untersuchen wollten, erlitten oft Belästigungen und wurden angeklagt.

Giuffra war Mitvorsitzender der renommierten Anwaltskanzlei Sullivan & Cromwell. Kurz vor der zweiten Amtszeit Trumps stimmte Giuffra zu, Trumps in zwei persönlichen Rechtsstreitigkeiten gegen ihn, einschließlich des Falles der Stormy Daniels, zu vertreten. Das Justizministerium und Sullivan & Cromwell gaben auf eine Anfrage zur Stellungnahme keine sofortige Antwort.

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