Der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada fand keine Lösung. Die Spannungen zwischen den Nachbarn nahmen nach der Rückkehr des Präsidenten Trump in die Präsidentschaft vor anderthalb Jahren zu, als er ein umfassendes globales Programm von Zöllen einsetzte. Kanada war eines der ersten Länder, die von der Trump-Administration mit Abgaben konfrontiert wurden, und antwortete mit eigenen Vergeltungsmaßnahmen. Die Vereinigten Staaten setzten Zölle auf Schlüsselbereiche wie Stahl, Aluminium, Holz und Automobilteile und verhängten letzte Woche eine zusätzliche Abgabe von 50 Prozent auf rund 28 Milliarden Kanadischer Dollar. Kanada erwiderte dies mit eigenen Gegenzöllen, die als „Dollar-für-Dollar“-Maßnahme bezeichnet wurden und darauf abzielten, die US-Zölle auszugleichen.
Die Zölle und Vergeltungsmaßnahmen trafen verschiedene Regionen unterschiedlich hart. In Kanada waren einige Provinzen stärker den Sektorzöllen auf Stahl, Stahlderivaten, Aluminium und Automobilteile ausgesetzt, die nicht den aktuellen nordamerikanischen Handelsabkommen, dem USMCA, entsprachen. Ontario, die bevölkerungsreichste Provinz mit einem bedeutenden Fertigungssektor, erlitt besonders stark durch die Zölle auf Autos und Stahl. Mehrere Produktionsstätten für Autoteile und Montageanlagen in Ontario verkündeten Entlassungen und Produktionskürzungen, und die Provinz verlor schätzungsweise Zehntausende von Arbeitsplätzen seit Anfang 2025. Der Export von Metallen aus Quebec, der Stahl, Kupfer und Aluminium produzierte, sank zwischen Februar 2025 und 2026 um 36 Prozent, und die Beschäftigung im Sektor verzeichnete einen Rückgang von 3,6 Prozent.
Die Royal Bank of Canada schätzte, dass Ontario und Quebec am stärksten von den Sektorzöllen der Vereinigten Staaten betroffen waren, während Newfoundland und Labrador, New Brunswick, Alberta, Saskatchewan und Prince Edward Island am wenigsten exponiert waren. Zusätzliche US-Zölle auf 20 Milliarden Kanadischer Dollar, die am 22. August in Kraft traten, beeinflussten alle Provinzen in gewisser Weise, wobei British Columbia, Quebec und Ontario die Hauptlast trugen.
Auf der US-Seite war die Auswirkung der kanadischen Vergeltungsmaßnahmen weniger drastisch, da die US-Wirtschaft wesentlich größer war. Dennoch erlebten einige Bundesstaaten die Folgen der kanadischen Vergeltung stärker als andere. Zölle auf 28 Milliarden US-Dollar an Waren wie Stahl bis hin zu Kosmetika und Toilettenpapier trafen verschiedene Staaten. Laut Daten von Statistics Canada war der Bundesstaat Ohio am stärksten betroffen, da 12 Prozent seiner Exporte bald von Kanada belegt wurden, gefolgt von Illinois und Pennsylvania. Ein Wirtschaftsexperte bemerkte, dass die Gegenzölle Kanadas gezielt auf bestimmte Bundesstaaten ausgerichtet waren, die entscheidend für das Kräftegleichgewicht in den bevorstehenden Wahlen waren.
Kanada war stark von den Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten abhängig. Die Nähe und die bestehenden Freihandelsabkommen ermöglichten eine tief integrierte Handelsbeziehung. Die Vereinigten Staaten kauften über 70 Prozent der kanadischen Exporte, und Kanada war ein wichtiger Handelspartner neben Mexiko und China. Der Zollstreit begann jedoch, kanadische Unternehmen zu anderen Märkten zu lenken. Einige Unternehmen suchten neue Kunden in Europa, da die Fertigungssektoren in Ontario tief in den US-Markt integriert waren. Trotz dieser Herausforderungen stieg das ausländische Direktinvestment in Kanada im Jahr 2025 auf 96,8 Milliarden Kanadischer Dollar, den höchsten Kapitalzufluss in die kanadische Wirtschaft seit 2007. Die Wirtschaft Kanadas erholte sich zudem im zweiten Quartal 2026 mit einem Wachstums률 von 3,3 Prozent, was die Besorgnis vor einer Rezession abwendete.