Die jüngsten Behauptungen der US-Regierung, Kuba stelle eine „einzigartige Bedrohung“ für die nationale Sicherheit dar, standen im Widerspruch zur harten Realität in Havanna. Während die Vereinigten Staaten eine umfassende Ölblockade von sechs Monaten verhängten, suchten verzweifelte Menschen Nahrung in Müllbergen oder erlitten tagelange Stromausfälle. Diese Situation stellte die Ernsthaftigkeit der amerikanischen Sicherheitsbedenken in Frage.
Das vom US-Außenministerium veröffentlichte, ununterzeichnete Berichtstück mit hundert Seiten, betonte die Rolle Havannas bei zahlreichen politischen Umwälzungen in der jüngeren amerikanischen Geschichte. Der Bericht wirft die Schuld für Ereignisse wie die George-Floyd-Proteste, den Aufstieg der Antifa und die Explosion des proterroristischen Aktivismus an den Universitätsgeländen auf. Dies stellte einen weiteren Versuch dar, die Regierung der Insel zu stürzen.
Die Kampagne gegen die kubanische Regierung begann mit der Entführung von Nicolás Maduro im Januar 1959. Seitdem hielt die Ölblockade, Sanktionen gegen ausländische Unternehmen und Drohungen einer militärischen Intervention Kuba lahm. Es schien, dass dies auch ein Versuch war, jene auf der amerikanischen Linken zu „anderen“, bevor die Wahlen im November stattfanden.
Der Bericht beschrieb den Angriff Kubas auf die Vereinigten Staaten nicht als einen Konflikt über Wirtschaftspolitik oder Souveränität, sondern als eine Revolution gegen die westliche Zivilisation selbst. Er argumentierte, dass diese Revolution teilweise durch die Methode der Überzeugung der westlichen Kinder gegen ihr eigenes Erbe vollzogen wurde. Ein kubanischer Beobachter fand diese Darstellung bemerkenswert.
Der Bericht erwähnte auch die frühen militärischen Pläne Castros, die bereits im selben Jahr Expeditionen gegen Nachbarstaaten wie Haiti, die Dominikanische Republik, Nicaragua und Panama starteten. Es wurde jedoch vernachlässigt, dass in diesen Staaten bereits brutale Gewalt herrschte, beispielsweise durch die Massaker von Duvalier oder Trujillo. Zudem betonte der Bericht eine verdächtige Betonung der Rasse. Die scheinbare Erfolgsrate der kubanischen Geheimdienste beruhte auf einer Affinität zu „glamourösen Lateinamerikanern“.
Die Analyse des Berichts zeigte eine Schwäche in der Argumentation. Die materielle Armut Kubas galt nicht als Maßstab für seine Gefahr. Der Bericht schloss mit der Feststellung, dass kubanische Agenten und Operative in Hunderten von Frontgruppen und Organisationen eine der gefährlichsten Vektoren für feindlichen ausländischen Einfluss in der modernen amerikanischen Geschichte darstellten. Ein akademischer Kritiker stellte jedoch fest, dass der Bericht den Tonfall eines Berichts der kubanischen Staatsmedien annahm.