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Politik

US-Operationen in Ecuador: Humanitäre Bedenken und politische Verschiebung

Angriffe auf Fischerboote führten zu Verhängnis und verstärkten die Debatte über Kriegsführung gegen Drogenkartelle

US-Operationen gegen ecuadorianische Fischerboote stießen auf erhebliche humanitäre Bedenken. Nach der Zerstörung eines Bootes durch US-Truppen befanden zehn Fischer auf dem offenen Pazifik. Die ecuadorianische Marine konnte diese Crew erst zehn Tage später retten, als der Präsident Trump die Region betraf. Die US-Verantwortlichen gaben an, dass die Boote als „schwimmende Versorgungsstationen“ für Drogenkannister genutzt wurden. Die Fischer bestritten diese Anschuldigungen vehement.

Die jüngste Reihe von Aktionen umfasste acht Operationen in weniger als zwei Wochen. Im Gegensatz zu früheren Luftangriffen, die zahlreiche Opfer forderten, wurden die Besatzungen vor der Zerstörung der Schiffe entfernt. Diese neuen Operationen fanden jedoch mit der offenen Unterstützung des farbenrechtsorientierten Präsidenten Daniel Noboa statt, der sie als „gemeinsame Operationen“ bezeichnete. Noboa nutzte Ecuador als „Labor“ für die Umsetzung dieser neuen Strategie.

Donald Trump verglich die Drogenkartellbekämpfung mit dem Kampf gegen den islamischen Staat. Er forderte die Verfolgung der Organisatoren als Feinde des Staates, was die Debatte über die Grenzen militärischer Interventionen verschärfte. Analysten sahen in dieser Entwicklung eine neue Phase der US-Strategie gegen Drogenhandel in Lateinamerika. Ecuador wurde zu einem wichtigen Transitpunkt, obwohl das Land selbst keine Kokainproduktion besaß.

Die Durchsetzung dieser Maßnahmen führte jedoch zu einer Erosion der Menschenrechte. Es gab Berichte über erzwungene Verschwindenlassen, willkürliche Festnahmen und Folter. Ein bekanntes Beispiel war das „Guayaquil-Vier“, bei dem vier afro-ecuadorianische Jungen verschwanden und ihre Leichen gefunden wurden. Die lokale zivilgesellschaftliche Organisation schätzte, dass über zweihundert Fischer in den jüngsten US-Operationen Opfer von Gewalt, willkürlichen Festnahmen und der Zerstörung ihrer Schiffe wurden.

Obwohl die US-Truppen ihre Aktionen als im Einklang mit internationalem Recht darstellten, beschrieben Menschenrechtsorganisationen die Luftangriffe als außergerichtliche Tötungen. Ein UN-Sonderberichterstatter stellte fest, dass „vernünftige Gründe zu glauben“ existierten, dass die Angriffe „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ darstellten. Trotz dieser Vorwürfe zeigte die verfügbare Datenlage keinen Einfluss auf die Menge des Kokains, das in das Land gelangte.

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