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Politik

US-Ölgeschäft mit Venezuela: Ein Deal, der Analysten verwirrte und viele Venezolaner verärgerte

Die Vergabe von 20 Prozent der nationalen Ölreserven löste heftige Debatten über Souveränität und die Zukunft der Energiebranche aus.

Der Abschluss eines bedeutenden Ölvertrages zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela markierte den Höhepunkt der Strategie der Trump-Administration zur Sicherung der Kontrolle über die venezolanischen Ölressourcen. Mit der Unterzeichnung des Abkommens, das einem US-geführten Unternehmen hundertjährige Konzessionen über siebzehn Ölfelder gewährte, wurden sechzigfünf Milliarden Barrel Rohöl übertragen. Diese Menge entsprach über einem Fünftel der bewiesenen Ölreserven des Landes. Die Verhandlungen, die in Caracas stattfanden, wurden von beiden Seiten als historisch gefeiert, wobei die Vereinigten Staaten den Deal als den größten Ölvertrag der Welt bezeichneten.

Allerdings löste die Transaktion tiefgreifende Kritik aus. Kritiker argumentierten, dass Venezuela durch die Vergabe von zwanzig Prozent seines nationalen Vermögens ohne angemessene Gegenleistung einen „schrecklichen Deal“ gemacht habe. Ein ehemaliger Sonderbeauftragter von Trump, Elliott Abrams, äußerte die Ansicht, dass die venezolanische Führung lediglich den Forderungen Washington nachkam. Die Vereinigten Staaten setzten zudem strenge Bedingungen für die Zusammenarbeit mit dem privaten Unternehmen North American Blue Energy Partners, indem sie ein Vetorecht über die Ernennung von Vorstandsmitgliedern einräumten und stellten eine Mehrheit der Mitglieder auf US-Bürger.

Die geopolitischen Implikationen des Abkommens wurden ebenfalls intensiv diskutiert. Die Zusammenarbeit verschob den geopolitischen Schwerpunkt der globalen Energiemärkte weg von den „Engpässen im Nahen Osten“ hin zum westlichen Hemisphären. Experten warnten jedoch davor, dass die Prognosen über die Gewinne unrealistisch seien. Sie betonten, dass die prekäre Lage des venezolanischen Ölsektors eine Zehnjahresfrist realistischer mache. Luis Pacheco des Baker Institute bemerkte, dass Venezuela etwa hundert Milliarden Dollar über acht Jahre investieren müsse, um auf die Produktionsniveaus von vor dreißig Jahren zurückzukehren.

Die venezolanische Opposition sah in dem Abkommen eine tiefergehende Verflechtung der Beziehungen zwischen Präsident Trump und Delcy Rodríguez, die sie als Führung der gleichen Regime-Strukturen ansahen. Viele Sozialisten betrachteten die Vereinbarung als Kapitulation und als Übergabe des wertvollsten Vermögens des Landes dem alten Feind. Rafael Ramírez, ehemaliger Leiter der staatlichen Energiegesellschaft PDVSA, bezeichnete den Deal als eine Übergabe des Öls und die Eröffnung einer neuen Kolonialzeit durch die Vereinigten Staaten.

Die Geschwindigkeit, mit der Washington nun mit dem ehemaligen Vizepräsidenten Maduros Verflechtungen arbeitete, verärgerte die Opposition zutiefst. Die fehlende klare politische Perspektive in Venezuela verstärkte das Gefühl der Verrat. Venezolanische Ökonomen kritisierten, dass die Vereinigten Staaten ihre Macht nicht zur Befreiung der Venezolaner einsetzten, sondern sich mit ihren Unterdrückern verbündeten. Das Abkommen stellte somit nicht nur eine wirtschaftliche Transaktion dar, sondern eine tiefgreifende Verschiebung der regionalen Machtverhältnisse.

VenezuelaUSAÖlGeopolitik

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