Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte auf dem Shangri-La-Dialog, die Vereinigten Staaten würden ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Verbündeten in Asien nicht zurückziehen. Er betonte, dass die USA zwar globale Verpflichtungen erfüllten, wie den Krieg gegen den Iran, gleichzeitig jedoch eine verstärkte Verteidigung der Region erwarteten. Hegseth versuchte, die asiatisch-pazifischen Verbündeten hinsichtlich des Engagements der USA zu beruhigen, insbesondere im Kontext der gestoppten Waffenlieferung für Taiwan. Er stellte klar, dass die nationale Verteidigungsstrategie der Vereinigten Staaten auf die Machtprojektion im Pazifik und die Zusammenarbeit mit Verbündeten abzielte.
Der Minister thematisierte die Bedrohung durch den militärischen Aufbau Chinas in der Region, sprach jedoch gleichzeitig davon, unnötige Konfrontationen zu vermeiden. Hegseth unterschied zwischen den globalen Verpflichtungen und der regionalen Strategie. Er erklärte, dass die Vereinigten Staaten zwei Dinge gleichzeitig leisten konnten: Sie arbeiteten mit Verbündeten auf eine substanzielle und ernsthafte Weise im Pazifik, während sie gleichzeitig globale Pflichten erfüllten, beispielsweise um sicherzustellen, dass der Iran keine nuklearen Waffen erlangte.
Im Rahmen der Diskussion über die Fähigkeit der USA, Waffenlieferungen an Partner zu leisten, stellte Hegseth die Trennung dieser Themen klar. Er versicherte, dass die USA eine sehr starke Position hinsichtlich ihres gesamten Munitionsbestands besaßen und bei Bedarf mehr produzieren konnten. Er betonte, dass die Strategie der USA eine starke, ruhige und klare Haltung gegenüber der Region darstellte, die sowohl die Fähigkeit zur Anwendung von militärischer Macht als auch die diplomatische Zurückhaltung umfasste.
Im Kern dieser Haltung lag die Forderung nach mehr Waffen statt nach theoretischer Rhetorik. Hegseth argumentierte, dass Regeln allein wenig wert seien, wenn sie nicht durch harte Macht untermauert wurden. Er forderte daher mehr Kampfstärke und weniger Konferenzen, mehr Schiffe und mehr Unterboote. Er appellierte an die asiatischen Verbündeten, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen und ein Ziel von 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung festzulegen. Er lobte Länder, die ihre Militärausgaben und die Zusammenarbeit mit den USA in den letzten Monaten gesteigert hatten, und kritisierte gleichzeitig „Freeloader“, wie beispielsweise Neuseeland.
Die Debatte um die Rolle der USA und Chinas im regionalen Sicherheitsdiskurs zeigte sich auch im Shangri-La-Dialog. China sendete dieses Jahr seinen Verteidigungsminister nicht, sondern eine niedrigrangige Delegation. Dies wurde von einigen als eine Art Missachtung des Forums interpretiert. Andere sahen darin eine Vermeidung einer öffentlichen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten, während die beiden Rivalen um Einfluss in der Region rangen. Hegseth beendete seine Rede mit der Aussage, dass die USA nicht mit unnötiger Konfrontation, sondern mit einer gemessenen und bewussten Stärke auf diese Herausforderung reagierten, um ein wahrhaft stabiles Gleichgewicht zu wahren.