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Politik

USA bezeichneten zwei brasilianische Banden als Terrororganisationen

Politische Reaktionen und die Auswirkungen der 'Drugswar'

Die Vereinigten Staaten bezeichneten die zwei größten kriminellen Banden Brasiliens, den First Capital Command (PCC) und den Red Command, als ausländische terroristische Organisationen. Diese Entscheidung, die vom Außenminister Marco Rubio am Donnerstag bekannt gegeben wurde, erzeugte in Brasilien erhebliche politische Spannungen. Die Maßnahme wurde von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva als Rückschlag empfunden und stärkte den Hauptgegner Lula bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Flávio Bolsonaro, der in dieser Zeit in den Vereinigten Staaten war, nutzte die Gelegenheit, um seine Position zu festigen. Er besuchte dort Donald Trump und Rubio und präsentierte sich als wichtiger Akteur in der politischen Landschaft.

Rubio erklärte, dass die Gruppen „zwei der gewalttätigsten kriminellen Organisationen Brasiliens seien und ihre Reichweite durch unsere Region und unser Land erstrecke“. Beide Organisationen entstanden ursprünglich innerhalb brasilianischer Gefängnisse als Reaktion auf Folter und Missbrauch. Sie entwickelten sich zu den größten kriminellen Organisationen Lateinamerikas und exportierten Kokain aus den Nachbarländern Kolumbien, Peru und Bolivien primär in die Vereinigten Staaten und Europa.

Der Red Command, die ältere der beiden Gruppen, entstand in den 1970er Jahren aus Interaktionen zwischen politischen Gefangenen der Militärdiktatur und gewöhnlichen Kriminellen in einem Gefängnis in Rio de Janeiro. Der PCC hingegen gründete sich in den 1990er Jahren in einem Gefängnis in São Paulo. Die beiden Gruppen konkurrierten um die Kontrolle der Drogenverteilungs- und Handelsrouten, operierten jedoch auf unterschiedliche Weise. Während der Red Command eine dezentralisierte Führungsstruktur besaß und den kriminellen Fraktionen Mexikos und Kolumbiens ähnelte, funktionierte der PCC wie ein Unternehmen mit klar definierten Hierarchien und einem niedrigprofiligen, geschäftsorientierten Ansatz.

Präsident Lula widersprach dem Vorschlag der Vereinigten Staaten vehement und bezeichnete die Maßnahme als Affront gegen die brasilianische Souveränität. Er argumentierte, dass das Land bereits aktiv gegen diese Organisationen kämpfte. Nur wenige Stunden vor der US-Ankündigung startete die Bundespolizei Brasiliens eine neue Operation gegen die Infiltration des PCC in den Finanzsektor des Landes.

Flávio Bolsonaro feierte die Entscheidung sofort. Er betonte, dass sie mehr für Brasilien und die Sicherheit der Bürger geleistet hätten als Lula. Er äußerte sich auch kritisch über die US-Politik, indem er die Möglichkeit einer ähnlichen Maßnahme in der Guanabara-Bucht von Rio de Janeiro thematisierte. Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, die Organisationen als terroristische Gruppen zu klassifizieren, folgte auf ähnliche Benennungen in Kolumbien, Mexiko und Venezuela.

Analysten befürchteten erhebliche finanzielle Konsequenzen für unschuldige Brasilianer. Die Maßnahme wurde jedoch bereits als weiteres Beispiel für den wachsenden Druck der Regierung der Vereinigten Staaten in der Region im Rahmen ihres sogenannten „Kriegs gegen den Drogenhandel“ interpretiert. Ein Bericht des Armed Conflict Location & Event Data Project zeigte, dass der Druck der Vereinigten Staaten 2025 zu einem Anstieg von 18 Prozent bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen in Lateinamerika und dem Karibischen Raum führte.

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