Die US-Regierung kündigte an, die Zahl der weißen Südafrikaner, die sie in diesem Jahr als Flüchtlinge aufnahm, zu erhöhen. Die Aufnahme stieg von etwa 7.500 auf 17.500 Personen. Washington begründete diese Maßnahme mit „unvorhergesehenen Entwicklungen in Südafrika“, welche eine Notfallsituation für Flüchtlinge schufen. Diese Entscheidung erfolgte im Kontext einer intensiven politischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Ländern.
Donald Trump hatte in seiner Amtszeit wiederholt falsche Behauptungen über eine rassistische Verfolgung weißer Afrikaner aufgestellt. Die südafrikanische Regierung wies diese Anschuldigungen vehement zurück. Darüber hinaus reduzierte die US-Administration die Unterstützung für Südafrika und boykottierte den G20-Gipfel in Johannesburg. Zudem disinviteden sie Südafrika von der diesjährigen Zusammenkunft, die in einem der Resorts Trumps in Miami stattfand.
Die Vereinigten Staaten begannen im Mai 2025, weiße Südafrikaner als Flüchtlinge aufzunehmen. Gleichzeitig suspendierten sie das Flüchtlingssiedlungsprogramm für Menschen, die vor Krieg und Verfolgung in Ländern wie Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Sudan flohen. Im letzten vollen Geschäftsjahr vor Trumps Amtsantritt, das September 2024 endete, hatten die USA über 100.000 Flüchtlinge aufgenommen.
Am Montag sandte das US-Außenministerium eine Notfallmitteilung an den Kongress. In dieser Mitteilung erklärte es, dass die USA bis zu 17.500 Afrikaner im Jahr bis September aufnehmen würden. Die Associated Press berichtete über diese Mitteilung und schätzte die Kosten für die Umsiedlung von 10.000 weiteren weißen Südafrikaner auf etwa 100 Millionen Dollar. Das Außenministerium zitierte zudem die Rhetorik der südafrikanischen Regierung, welche die US-Umsiedlungsprogramme untergrub und Afrikaner angriff.
Washington verwies auf einen Überfall einer US-Flüchtlingsverarbeitungseinrichtung in Dezember. Die südafrikanische Regierung verteidigte diese Aktion und erklärte, sie habe sieben Kenianer deportiert, die illegal in dem Land arbeiteten. Das Außenministerium betonte, dass diese eskalierende Feindseligkeit die Risiken für Afrikaner in Südafrika erhöhte, die bereits einer weitreichenden, staatlich geförderten, rassenbasierten Diskriminierung ausgesetzt waren.
Die historische Ungleichheit Südafrikas blieb bestehen. Obwohl affirmative Action-Politiken nach dem Ende des Apartheid-Regimes zur Entstehung einer schwarzen Elite beitrugen, blieb das Land über 30 Jahre nach Nelson Mandelas Präsidentschaft die tiefe Ungleichheit. Etwa 12 Prozent der weißen Südafrikaner waren arbeitslos, verglichen mit 48 Prozent der schwarzen Südafrikaner. Gleichzeitig förderten Richtlinien zur schwarzen wirtschaftlichen Ermächtigung und hohe Kriminalitätsraten ein Gefühl bei einigen weißen Südafrikanern, sie seien Opfer rassistischer Diskriminierung geworden. Die Verschwörungstheorie des weißen Genozids blieb zudem ein fester Bestandteil der rassistischen Rechten, verstärkt durch Persönlichkeiten wie Elon Musk und Tucker Carlson.