Die Vereinigten Staaten und die Islamische Republik Iran einigten sich nach einem Austausch von Angriffen auf einen Waffenstillstand ein. Medienberichte besagten, dass ein hochrangiger Beamter die Vereinbarung bestätigte. Dieser Schritt erfolgte im Anschluss an mehrere Angriffe in und um die Straße von Hormus, die beide Nationen als Verletzung des Waffenstillstands betrachteten. Der Beamte bestätigte gegenüber der BBC-Partnerin CBS News, dass Schiffe nunmehr „frei“ durch die Wasserstraße navigieren konnten und dass Gespräche zur Beendigung des Krieges fortgesetzt würden.
Am 17. Juni unterzeichneten die USA und Iran ein Vierzehn-Punkte-Memorandum of Understanding (MoU), welches die „unverzügliche und dauerhafte Beendigung militärischer Operationen auf allen Fronten“ vorsah. Im Rahmen dieses Abkommens stimmte Iran zu, seine „besten Anstrengungen für die sichere Durchfahrt kommerzieller Schiffe ohne Gebühr für sechzig Tage“ zu unternehmen. Dennoch geriet der Waffenstillstand, der weniger als zwei Wochen zuvor vereinbart worden war, in jüngster Zeit durch erneute Angriffe beider Seiten unter Druck.
Die Eskalation setzte am Donnerstag erneut ein, als ein iranischer Projektil ein Frachtschiff in der Straße von Hormus traf. Am Wochenende reagierten die Vereinigten Staaten mit einer Reihe von Angriffen auf den Iran, welche von dem Zentralbefehl der USA (Centcom) als direkte Antwort auf die „anhaltende Aggression“ gegen den kommerziellen Schifffahrt bezeichneten. Iran erwiderte dies am Samstag mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain. Die USA erklärten, dass diese Angriffe ihre Ziele nicht erreicht hätten und es weder zu Verletzungen noch zu Schäden kam.
Die Straße von Hormus stellte eine zentrale Wasserstraße für den Transport von Öl und Gas dar, welche nach den Angriffen von den USA und Israel auf den Iran Ende Februar faktisch von Teheran blockiert wurde. Parallel dazu vermittelten die USA am Freitag ein Rahmenabkommen zwischen Israel und Libanon, das auf die Schaffung einer dauerhaften Friedenslösung abzielte. Dieser Waffenstillstand wirkte jedoch fragil, da die Führung der hezbollah-Miliz in Südlibanon die Vereinbarung ablehnte und die Regierung von Beirut zur Untergrabung der Souveränität Libanons verurteilte. Die israelische Armee traf zwei Tage nach der Unterzeichnung ein Tunnel, den die hezbollah in Südlibanon nutzte und der Hunderte von Waffen enthielt. Die USA wurden vor diesem Angriff informiert, was die Lage weiter komplizierte. Teheran forderte, dass die Feindseligkeiten zum Wohle eines umfassenderen Waffenstillstands eingestellt wurden.