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Welt

USA lässt Ebola-Ausbruch in Zentralafrika ungebremst

Massive Kürzungen der öffentlichen Gesundheit führten zu einem Rückzug der Vereinigten Staaten aus der globalen Krisenbewältigung

Eine bisher unentdeckte Ebola-Epidemie kursierte durch Teile Zentralafrikas. Experten bemerkten, dass die Vereinigten Staaten durch massive Kürzungen bei den globalen und nationalen Gesundheitsinitiativen wenig zur Eindämmung beitrugen. Es existierte weder ein Heilmittel noch ein Impfstoff gegen die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola, welche in den letzten Jahrzehnten zwei Ausbrüche verursachte. Gesundheitsführer und Wissenschaftler eilten darum, die Verbreitungswege des Virus zu verstehen und dessen Ausbreitung zu stoppen, doch die Vereinigten Staaten blieben bei diesen Bemühungen auffallend abwesend.

In dem vergangenen Jahr wurde die US-Agentur für internationale Entwicklung aufgelöst. Tausende Mitarbeiter in US-Gesundheitsbehörden wurden entlassen, die Kommunikation stockte und wichtige wissenschaftliche Forschungsergebnisse wurden gestoppt. Im Demokratischen Republik Kongo (DRK) meldeten sich 482 Verdachtsfälle und etwa 116 Todesfälle seit April, wobei in Uganda zwei Fälle und ein Todesfall sowie eine potenzielle Ausbreitung in das benachbarte Südsudan gemeldet wurden. Ein Professor für Immunologie und Mikrobiologie erklärte, der Ausbruch habe „einige Monate gedauert“ können.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte den Ausbruch unverzüglich für einen öffentlichen Gesundheitsnotfall internationaler Tragweite. Experten argumentierten, dass die DRK eines der anfälligsten Gesundheitssysteme der Welt sei und der zweitgrößte Empfänger der Mittel der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) gewesen sei. Der Rückzug der Finanzierung durch die USA erfolgte „ohne Vorankündigung“ und stellte „die grundlegenden Aktivitäten des Landes in eine Störung“.

Die US-Hilfe für die DRK sank von 1,4 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 431 Millionen Dollar im Jahr 2025 und nur 21 Millionen Dollar in diesem Jahr. Die Unterstützung für Uganda sank von 674 Millionen Dollar auf 377 Millionen Dollar im Jahr 2025 und verzeichnete im Jahr 2026 einen negativen Betrag von 1,2 Millionen Dollar. Diese Investitionen wurden als gering im Vergleich zum möglichen Nutzen bewertet. Es sei wesentlich günstiger und einfacher, Ausbrüche zu verhindern und einzudämmen, als auf die Reaktion zu warten. Durch die Unterbrechung der ersten Option wurde die zweite Szenario zunehmend wahrscheinlich.

Die Vereinigten Staaten verkündeten zudem, die WHO zu verlassen und 130 Millionen Dollar an Finanzierung einzustellen. Dies führte zu 2.371 Jobverlusten in der Organisation. Kritiker bezeichneten diese Kürzungen als „selbstverschuldeten Wunden“, die die Regierung selbst verursacht habe. Es sei klar geworden, dass die Reaktion auf diesen Ausbruch „vorhersehbar gewesen wäre, wenn die Überwachung der öffentlichen Gesundheit und die Kapazitäten zur Bewältigung von Epidemien gestrichen worden wären“. Die USA stellten somit ihre Rolle in der globalen Gesundheitsarchitektur ein.

Ein weltweit führendes Ebola-Labor in Maryland, das von den Nationalen Instituten für Gesundheit (NIH) betrieben wurde, war für genau dieses Szenario konzipiert. Dieses Labor sollte Forschungsergebnisse zu monoklonalen Antikörpern und Impfstoffen testen und Sequenzierungsarbeiten durchführen. Dieses Labor wurde jedoch im Vorjahr geschlossen, und seine Arbeit endete abrupt ohne Ankündigung. Aufgrund von Entlassungen und Abgängen waren Schlüsselpositionen in US-Gesundheitsbehörden vakant. Die CDC verfügte über keinen Direktor, und es gab keine Kommissarin bei der FDA.

Die ehemaligen Mitarbeiter der USAID klagten gegen die US-Regierung, nachdem sie aufgegeben und alles verloren hatten. Sie betonten, dass Hunderte von Gesundheitspersonal in der DRK und Uganda aktiv die Überwachung von Krankheitsausbrüchen durchführten. Diese Frontlinienmitarbeiter entdeckten Ausbrüche frühzeitig, bevor Patienten die Kliniken aufsuchten. Die Arbeit dieser Mitarbeiter endete abrupt und wurde durch bilaterale Vereinbarungen ersetzt, die auf Ressourcenverteilungsabkommen beruhten. Die USA hielten die Länder, die Gesundheitssysteme auf US-Richtlinien aufgebaut hatten, „im Grunde als Geiseln“, und kürzten die Unterstützung dann ohne Vorwarnung.

Experten betonten, dass afrikanische Länder kompetenter in der Bewältigung von Ebola seien als die USA. Die schnelle Reaktion der afrikanischen Wissenschaftler, die das Virus sequenzierten, lieferte Hinweise auf den Ursprung des Ausbruchs. Dennoch argumentierten die Experten, dass die USA nicht vollständig aus der Lage verschwinden sollten. Ebola stellte eine globale Stabilität und geopolitische Implikationen dar. Die Entscheidung, die Mittel und die öffentlichen Gesundheitsbemühungen nicht zu mobilisieren, bedeutete, dass die Vereinigten Staaten bewusst entschieden hatten, den Ausbruch nicht zu stoppen. Die Frage blieb, ob dies geschehen konnte und wann es geschehen würde.

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