Die US-Justizbehörde bereitete sich angeblich darauf vor, den älteren kubanischen Führer Raúl Castro in den kommenden Tagen anzuklagen. Die Grundlage für diese möglichen Anklagen bildete die Abschussung zweier Flugzeuge vor drei Jahrzehnten. Diese Berichte traten als Reaktion auf den Besuch des CIA-Direktors in Havanna auf, um mit Beamten zu sprechen.
Die mutmaßlichen Anklagen bezogen sich auf den Absturz von zwei Flugzeugen, die von der Aktivistengruppe „Brothers to the Rescue“ betrieben wurden. Der Vorfall ereignete sich im Jahr 1996. Castro hatte 2021 die Führung der kommunistischen Partei Kubas niedergelegt und damit die Macht seiner Familie beendet. Die mögliche Anklage stellte den jüngsten Schritt in einer umfassenden Druckkampagne der Vereinigten Staaten dar, welche auch Ölblockaden und weitreichende Sanktionen umfasste.
Die Ermittlungen konzentrierten sich auf den Angriff auf die beiden kleinen Flugzeuge, die am 24. Februar 1996 abstürzten. Vier Personen starben bei diesem Vorfall. Die kubanische Regierung, darunter Fidel Castro, erklärte, dass „Brothers to the Rescue“ wiederholt den kubanischen Luftraum verletzt hatte, obwohl die Internationale Zivilluftfahrtorganisation feststellte, dass der Angriff über internationalen Gewässern stattfand.
Präsident Donald Trump äußerte sich auf der Frage nach der geplanten Anklage vage. Er betonte jedoch, dass Kuba Hilfe benötigte und eine Nation im Niedergang befinde. Die Vereinigten Staaten führten eine Ölblockade gegen Kuba ein, welche die Engpässe bei Treibstoff verschärfte. Die Energieministerin der Insel erkannte diese Situation an, da Kuba im Grunde an Kraftstoffmangel litt.
Obwohl die genauen Anklagepunkte gegen Raúl Castro unklar blieben, zeigte der Gouverneur Ron DeSantis in Florida große Zustimmung zu den möglichen Strafverfolgungen und bezeichnete sie als „lang überfällig“. Der Außenminister Kubas Bruno Rodríguez reagierte auf die Berichte mit einer trotzigen Haltung und betonte, dass Kuba auf seinem Weg der Souveränität hin zu seiner sozialistischen Entwicklung fortsetzte, ungeachtet der US-Sanktionen.
Analysten warnten jedoch davor, dass weitere Destabilisierung der Insel für die Vereinigten Staaten nachteilig werden könnte. Sie befürchteten, dass ein Zusammenbruch der kubanischen Wirtschaft und sozialen Ordnung eine Massenmigrationskrise auslösen würde. Es erschien den Experten, dass die Vereinigten Staaten Raúl Castro eine Warnung sendeten sollten, um ihn dazu zu bewegen, Zugeständnisse zu machen, andernfalls drohte die US-Militärintervention, ähnlich wie es in Venezuela geschehen war.