Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kritisierte einige der NATO-Verbündeten scharf und kündigte eine sechsmonatige Überprüfung der US-Truppen in Europa an. Er bezeichnete einige Staaten als ‘Free-Rider’, die ihre Pflichten vernachlässigt hätten. Hegseth äußerte sich zudem sehr kritisch gegenüber Mitgliedstaaten, die Einschränkungen für die Unterstützung der US-Truppen während des Krieges mit dem Iran verhängt hatten.
Diese Ankündigung folgte auf eine US-Entscheidung, die ihre Verpflichtungen zu einer hochmobilen Truppenstärke innerhalb des Bündnisses, bekannt als das NATO-Feldmodell, zu reduzieren. Hegseth nannte diese Überprüfung ‘NATO 3.0’ und zielte darauf ab, sicherzustellen, dass die NATO schnell und unumkehrbar zur Führung in Europa in Bezug auf die Sicherheit auf dem Kontinent voranschreitete.
Die Vereinigten Staaten forderten von den Mitgliedern der NATO eine stärkere Beteiligung an den Verteidigungsausgaben in Europa. Hegseth stellte fest, dass einige Länder nicht gezeigt hätten, wie sie ein vereinbartes Ziel von fünf Prozent des nationalen Wirtschaftsertrags (Bruttoinlandsprodukt) erreichten, welches 3,5 Prozent für Kernverteidigung und 1,5 Prozent für verwandte Infrastruktur umfasste.
Der Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, betonte, dass die Verteidigungsausgaben bereits im Vorjahr um 90 Milliarden Euro gestiegen waren und dass die europäischen Staaten bereits Ressourcen für die USA nachfüllten. Rutte erwartete von den Mitgliedern, dass sie nachweisen würden, wie sie das Versprechen der fünf Prozent Einhaltung erfüllten. Er forderte die Nationen auf, konkrete und glaubwürdige Pläne vorzulegen, um das Ziel bis 2035 zu erreichen.
Details darüber, wie die Vereinigten Staaten ihre Verpflichtungen reduzieren würden, blieben unangekündigt. Es wurde jedoch angedeutet, dass diese Kürzungen Luft- und Marinefähigkeiten betrafen. Hegseth erklärte weiter, dass die jährlichen Beiträge der NATO von der Einhaltung der Verteidigungsziele anderer Länder abhingen; wenn andere Verbündete nicht mit Dringlichkeit investierten, würden die Beiträge der USA sinken. Er betonte, dass einige der größten Volkswirtschaften der NATO, die sich für die regelbasierte internationale Ordnung einsetzten, noch immer glaubten, dass die Ära des ‘Free-Riding’ herrschte.