Die Vereinigten Staaten begannen eine sechsmonatige Überprüfung ihrer Streitkräfte in Europa. Der Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, dass diese Prüfung darauf abzielte, den tatsächlichen Nutzen der amerikanischen Militärpräsenz zu bewerten und sicherzustellen, dass die NATO irreversibel auf eine Führungsrolle in Europa zusteuere. Hegseth betonte, dass die Beiträge der USA zum NATO-Budget an die Einhaltung von Verteidigungsausgabenzielen durch andere Verbündete geknüpft seien. Er stellte klar, dass die Beiträge der Vereinigten Staaten reduziert würden, wenn andere Verbündete nicht mit der notwendigen Dringlichkeit investierten. Die Aussage implizierte eine klare Botschaft: Die Allianz sei eine Zwei-Wege-Straße, und die Verteidigung Europas sei eine gemeinsame Verantwortung.
Hegseth kritisierte zudem die Verbündeten scharf für das sogenannte „Free-Riding“ – das Ausnutzen der gemeinsamen Sicherheit ohne angemessene finanzielle Beteiligung. Er erklärte, dass die Allianz ihre Kernrolle und ihren Charakter wiederherstellen müsse, um ihre Stärke zu gewährleisten. Er erinnerte daran, dass Europa die primäre Verantwortung für seine konventionelle Verteidigung übernehmen müsse, wie es auf dem Gipfel in Den Haag versprochen worden war. Hegseth warnte davor, dass einige Mitgliedstaaten die bevorstehende Überprüfung der US-Positionierung nicht bestehen würden.
Parallel dazu beschloss die NATO, ihre nuklearen Fähigkeiten zu modernisieren und die Planungskapazitäten für die nukleare Abschreckung zu stärken. Alle Verbündeten, mit Ausnahme Frankreichs, gehörten zur Nuklearen Planungsgruppe, welche die Konsultation und Entscheidungsfindung zur nuklearen Abschreckung ermöglichte. Die Verteidigungsminister erinnerten daran, dass die strategischen nuklearen Kräfte der Allianz die höchste Garantie für die Sicherheit der Verbündeten blieben und die Architektur der erweiterten Abschreckung der NATO stützten.
In einer separaten Entwicklung äußerte das Kreml seine Sichtweise auf den G7-Gipfel und nannte den US-Präsidenten Donald Trump als von der EU mit schädlichen Ideen „geimpft“ gewesen. Diese Äußerungen erfolgten, als die USA keinen Kontakt mit Moskau nach dem Treffen pflegten. Die jüngsten Ereignisse in der Ukraine, insbesondere die Angriffe auf eine Ölraffinerie nahe Moskau, zeigten die anhaltende Instabilität in der Region. Die NATO-Minister besprachen die Verteidigungspläne, während EU-Führer sich im Rahmen des Europäischen Rates auf die Unterstützung der Ukraine und die Lage im Nahen Osten trafen.