Der Vater einer neunjährigen australischen Mädchen, die in Pakistan während eines Urlaubs getötet wurde, forderte Gerechtigkeit und die Minderung des Schadens durch eine umstrittene neue Polizeieinheit. Die Beamten dieser Einheit eröffneten mit Maschinengewehren das Feuer als Reaktion auf eine Raubüberfall. Hania Ahmed und ihre Familie besuchten letzte Woche ihren Großonkel Ali Ejaz in Chakwal, Punjab.
Raubtippen konfrontierten die Familie vor Ejaz’s Wohnsitz spät am Mittwoch und forderten Geld, Schmuck und andere Besitztümer. Ejaz erklärte, dass Hanias Vater, Adeel Ahmed, ihre Mutter Hania und ihr Bruder Aafan, 11 Jahre alt, sie gebeten hatten, ihre Besitztümer abzugeben. Innerhalb von dreißig Sekunden nach diesem Austausch erschien jedoch eine Einheit der Kriminalitätsbekämpfung (CCD), einer neu gegründeten Polizeieinheit des Punjab, bewaffnet mit Maschinengewehren.
Die Beamten eröffneten das Feuer auf sowohl die Räuber als auch die Familie, die versuchten, in einem Auto zu fliehen. Ein Zeuge berichtete, er habe das Geschehen aus etwa zwanzig Metern Entfernung beobachtet und gesehen, wie ein Beamter direkt auf das Auto schoss. Zwei CCD-Beamte stoppten anschließend ein Motorrad, stiegen darauf und folgten von drei oder vier weiteren Beamten in einem Fahrzeug der Familie.
Die neunjährige Hania wurde im Schusswechsel getötet und starb, bevor sie ins Krankenhaus gelangen konnte. Ihr Vater, Adeel, wurde Berichten zufolge zweimal getroffen, er erlitt jedoch keine schwerwiegenden Verletzungen. Die Familie kehrte gerade von der jährlichen Pilgerreise nach Mekka zurück und sollte am Montag nach Australien zurückkehren.
Die Vorfälle erschütterten die Familie und die Menschen in der Region, weshalb sie Gerechtigkeit forderten. Bilder eines blutbefleckten Autos mit zahlreichen Schusslöchern verbreiteten sich in den sozialen Medien inmitten der öffentlichen Kritik an der Reaktion der Polizei.
Die Punjab-Polizei erklärte am Montag, ein Beamter habe fälschlicherweise angenommen, die Verdächtigen versuchten, in dem Fahrzeug der Opfer zu fliehen, und habe sein Gewehr abgefeuert. Der Beamte wurde suspendiert, festgenommen und sah sich vor Gericht, wo er in Untersuchungshaft gestellt wurde. Die Polizei versprach eine gründliche und unparteiische Untersuchung.
Der australische Premierminister Anthony Albanese forderte ebenfalls eine transparente und ordnungsgemäße Untersuchung. Der CCD wurde im Mai als neue Abteilung gegründet. Die Human Rights Commission Pakistans kritisierte die CCD für „außergerichtliche Tötungen“ und forderte eine gerichtliche Untersuchung von mindestens 924 Tötungen durch die CCD in den acht Monaten des Jahres 2025. Der Bericht besagte, dass die CCD „Encounter-Tötungen als Politik“ in der Provinz Punjab annahm, was die Rechtsstaatlichkeit untergrub. Der Polizeichef Chatta wies diese Anschuldigungen zurück und betonte die politische Polarisierung des Landes als Grund für die Kritik.