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Vatikan exkommunizierte Mitglieder der SSPX

Rebellische Ordinationen führten zu einem Bruch innerhalb der katholischen Kirche

Das Vatikan exkommunizierte eine rebellische Gruppe ultra-konservativer Katholiken, die Papst Leo durch die Ordination von Bischöfen ohne dessen Zustimmung herausforderten. Diese Gruppe, die als Society of Saint Pius X (SSPX) bekannt war, hatte einen Bruch innerhalb der römisch-katholischen Kirche verursacht. Ein Kardinal, der das zuständige Gremium für die Lehre der Gerechtigkeit beim Heiligen Stuhl leitete, erklärte, die Gruppe habe eine „schismatische Tat“ begangen, welche nach dem kanonischen Recht mit automatischer Exkommunikation bestraft wurde.

Das Vatikan ging über die Erwartungen hinaus und verkündete, dass alle Priester der SSPX sowie alle Katholiken, die sich „formell“ der Gruppe anschlossen, nunmehr in Schisma und exkommuniziert waren. Ein Schisma bezeichnet einen schwerwiegenden, formellen Riss innerhalb der Kirche. Papst Leo unternahm ein letztes Bemühen, die Gesellschaft dazu zu bewegen, die Ordinationen zu stoppen. Die Zeremonie, bei der die Bischöfe ordiniert wurden, bezeichnete der Papst diese Handlungen als „schismatische Tat“ und „Sünde extremer Schwere“.

Die Gesellschaft hingegen argumentierte, dass die Ordinationen von Bischöfen, die „vollständig“ der Tradition der katholischen Kirche treu seien, eine „heilige Pflicht“ darstellten. Bei der Zeremonie versammelten sich schätzungsweise 16.500 Menschen in Ecône. Zu den Anwesenden gehörten Mitglieder der Forza Nuova, eine italienische neonazistische politische Partei, sowie Futuro Nazionale, eine neue Rechtspopulistische Bewegung, welche die Chancen des italienischen Premierministers Giorgia Meloni bei einer zweiten Amtszeit bei den nächsten Wahlen bedrohte.

Obwohl die SSPX eine Abspaltung darstellte, besaß sie eine weite Reichweite. Die Gruppe erlangte eine bedeutende Anhängerschaft in den Vereinigten Staaten, wo sie eine große Operationsbasis in Kansas besaß, sowie in Frankreich, Argentinien und anderen Ländern. Die Orden besaßen nahezu 1.500 Priester, Seminaranwärter und andere berufliche Mitglieder. Die Gesellschaft lehnte zentrale Änderungen ab, die aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil hervorgegangen waren, wie die Erlaubnis, die Messe in lokalen Sprachen zu feiern. Bis dahin wurde die Messe nur in Latein gefeiert.

Die Ordinationen markierten die erste bedeutende Krise für Leo aufgrund des Schismas – einer bewussten Zerstörung der Einheit der Kirche. Seit seiner Wahl im Mai des Vorjahres, dem ersten nordamerikanischen Papst, hatte er die Einheit der Kirche als Priorität behandelt und arbeitete intensiv daran, Risse mit Traditionalisten zu heilen, welche während der Papatszeit seines Vorgängers Franz vertieft worden waren.

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