Die twin Erdbeben erschütterten Venezuela und führten zum Tod von über 3.000 Menschen. Die interimistische Präsidentin verteidigte die Notfallreaktion des Landes und versprach, dass keine soziale Unruhe entstehen würde. Viele Venezolaner äußerten jedoch Ärger über die als unzureichend empfundene Reaktion der von den Vereinigten Staaten unterstützten Regierung vor dem Eintreffen internationaler Teams.
Delcy Rodríguez erklärte während einer militärischen Zeremonie den Feiertag Venezuela. Sie versicherte, dass es keine soziale Unruhe gäbe, sondern vielmehr tiefe soziale Solidarität herrschte. Sie betonte, dass Tausende von Beamten und Rettungsteams entsandt wurden, um Opfer zu suchen und Überlebende zu finden.
Die Informationsbehörde von Venezuela berichtete am Sonntagabend, dass die Zahl der Todesopfer durch die Erschütterungen auf 3.342 gestiegen war und die Zahl der Verletzten 16.700 überschritten hatte. Eines der schlimmsten Erdbeben in Lateinamerika verursachte den Einsturz zahlreicher Gebäude und ließ Tausende obdachlos zurück, insbesondere in der Küstenregion La Guaira nördlich der Hauptstadt Caracas.
Elf Tage nach den Doppelereignissen beendeten internationale Rettungsteams ihre Operationen, um weitere Überlebende zu suchen, während Familien versuchten, die Leichen ihrer Angehörigen aus den Trümmern zu bergen. Ein Beispiel hierfür war der Sohn des Schwiegersohns von Rosa López, José Antonio Toledo, der unter dem Gebäude, in dem er als Sicherheitsbeamter arbeitete, gefunden wurde. Die Entsorgung der Leiche stellte die Familie vor große Schwierigkeiten, da die Kosten für eine Bestattung prohibitiv hoch waren.
Ein forensischer Techniker, Joel Mirabal, berichtete über die Herausforderungen bei der Identifizierung der Opfer. Er schätzte, dass bei 60 bis 70 Prozent der Fälle ein Verwandter oder Nachbar zur Identifizierung der Leiche verfügbar sei. Dennoch stellte er fest, dass viele Opfer durch Tätowierungen, Narben oder vertraute Kleidung nicht identifiziert werden konnten. Da die Leichen nicht identifiziert werden konnten, mussten sie an spezialisierte Forensiker am Hafen von La Guaira übergeben werden.
Mirabal prognostizierte, dass Massengräber notwendig würden, da die Einstürze massiv waren und die Leichen unter vielen Schichten von Trümmern begraben lagen. Die forensischen Techniker erwarteten, dass sie bis zu drei Monate für die Sammlung der Leichen benötigten.