Die letzten Woche erschütterten zwei verheerende Erdbeben Venezuela. Die Erschütterungen führten zum Einsturz von fast achthundert Gebäuden und kosteten über 1.700 Menschen das Leben. Viele betroffene Gebiete erhielten noch keine substanzielle staatliche Unterstützung, weshalb die Bewohner die Rettungsarbeiten selbst durchführen mussten. In der Hafenstadt La Guaira versuchten Menschen mit einfachen Werkzeugen, ihre Angehörigen aus den Trümmern zu befreien. Zehntausende Menschen blieben vermisst.
Am Montag erschütterte ein Nachbeben die Stadt La Guaira sowie die Hauptstadt Caracas mit einer Stärke von 4,6. Obwohl keine weiteren Schäden gemeldet wurden, wurden die Nerven der Bevölkerung durch die Erschütterung strapaziert. Die Suche nach Überlebenden verlief schwierig; einige Menschen nutzten nur einfache Werkzeuge wie Hämmer und Spitzhacken, um unter den Trümmern nach ihren Familienmitgliedern zu suchen.
Die Regierung gab wenig konkrete Hilfe an. Ein Elektriker berichtete, dass die zivile Schutzorganisation zwar Unterstützung anbot, jedoch keine notwendige Ausrüstung besaß. Die staatlichen Stellen lieferten die benötigten Geräte nicht. Die Einsatzkräfte der Polizei und des Heeres erschienen zwar in den am stärksten betroffenen Gebieten, fanden jedoch nicht im Schutt.
Die Suche verlagerte sich von der unmittelbaren Rettung hin zur Wiederherstellung. Ein Einwohner äußerte die Frustration über die langsame Reaktion der Behörden, die durch die prekäre wirtschaftliche Lage Venezuelas verschärft wurde. Er glaubte, dass die Hilfe früher eingetroffen wäre, um viele Menschen zu retten.
Internationale Hilfe mobilisierte sich, um die Lage zu lindern. Die Vereinigten Staaten verkündeten eine zusätzliche finanzielle Unterstützung von über 300 Millionen Dollar für Venezuela. Ein US-Fregatte positionierte sich bereits vor der Küste La Guaira, um Hilfsgüter zu liefern. Auch die Niederlande sendeten ein Schiff mit Notvorräten, während China ebenfalls finanzielle Unterstützung zusagte. Die Vereinten Nationen berichteten über über 500 Nachbeben und stellten fest, dass mindestens 2.500 Strukturen von den anfänglichen Erschütterungen betroffen waren.