Venezuela erklärte den Notstand, nachdem zwei aufeinanderfolgende Erdbeben die Hauptstadt Caracas und zahlreiche Regionen schwer getroffen hatten. Die Regierung warnte die Bevölkerung vor weitverbreiteten Schäden und hohen Verlusten. Die Hauptflughäfen der Nation erlitten erhebliche Zerstörungen und wurden geschlossen, während die U-Bahn- und Zugsysteme gestoppt wurden. Die Regierung bat die Bürger, vorsichtig zu bleiben und beschädigte Gebäude zu verlassen.
Die US-Behörden mobilisierten Hilfsgüter für Venezuela, wie ein Beamter des US-Außenministeriums berichtete. Die genaue Form der Unterstützung blieb jedoch unklar. Die Verantwortlichen der Regierung appellierten an Ärzte und medizinisches Personal, ihre Arbeit aufrechtzuerhalten, während die Rettungsarbeiten im Gange waren.
Die schlimmsten Betroffenheiten erfassten Caracas, Miranda, La Guaira, Aragua, Carabobo und Falcón. Die Leitung der militärischen Erdbebenreaktion überging Gen Juan Ernesto Sulbarán Quintero, der die Verantwortung für die Reaktion der Bolivarianischen Nationalgarde übernahm.
Die Erdbeben folgten einem Doppelereignis: Ein erstes Beben der Stärke 7,2, dessen Epizentrum 21 Kilometer westlich der Küstenstadt Morón lag, wurde von einem Hauptbeben der Stärke 7,5 innerhalb einer Minute gefolgt. Diese Doppelung führte zu umfangreichen Schäden und erhöhte die Wahrscheinlichkeit weit verbreiteter Verluste.
In Caracas suchten Freiwillige, Sanitäter und Angehörige von Opfern in der Altamira-Region nach Überlebenden unter den eingestürzten Gebäuden. Berichte über Rettungsaktionen zeigten die verzweifelten Bemühungen, Menschen aus den Trümmern zu befreien. Ein junges Mädchen wurde schließlich aus den Trümmern gezogen und in einen Krankenwagen gebracht.
Die Bewohner der Hauptstadt reagierten auf die Katastrophe mit Schock und Verzweiflung. Viele Menschen hatten zu Hause gelegen, da die Ereignisse an einem Feiertag stattfanden. Ein Anwohner berichtete von einem lauten Zusammenbruch und empfand die Schüttelbewegungen als unvorstellbar. Die Behörden betonten die Notwendigkeit, vor Nachbeben zu schützen und die Bevölkerung außerhalb der betroffenen Gebiete zu halten. Die Situation in den betroffenen Stadtteilen blieb angespannt, während die Rettungsdienste die Nacht durch Arbeit verbrachten.