Die Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, schloss ein Abkommen mit dem amerikanischen Energiekonzern General Electric zur Wiederherstellung des Stromnetzes des Landes. Die Vereinbarung markierte den jüngsten Schritt, mit dem die Interimsführerin die Wirtschaft Venezuelas für amerikanische Investoren und Unternehmen öffnete. Die Ankündigung erfolgte bei einer Fernsehveranstaltung im Präsidentenpalast am Montag.
Kritiker der Regierung warnten, dass, obwohl Rodríguez die staatliche Kontrolle über die Wirtschaft lockerte, viele zentrale Institutionen weiterhin fest in der Hand ihrer Partei blieben. Das Stromsystem Venezuelas, das 2007 unter Hugo Chávez nationalisiert worden war, benötigte dringend Reparaturen und Investitionen. Die frequenten Stromausfälle, die oft zehn Stunden oder länger dauerten und große Städte wie Caracas betrafen, zeigten den dringenden Handlungsbedarf.
Die Maduro-Regierung hatte die häufigen Unterbrechungen auf eine Dürre zurückgeführt, was bedeutete, dass der Guri-Wasserkraftwerk, eine Schlüsselquelle der Elektrizität, nicht genügend Energie für die Nachfrage erzeugte. Analysten hatten jedoch lange davor gewarnt, dass mangelnde Investitionen und die Instandhaltung des Stromnetzes in Verbindung mit hohem Verbrauch eine Energiekrise geschaffen hatten, welche die wirtschaftliche Erholung Venezuelas blockierte.
Die Vereinbarung mit General Electric Vernova, der lokalen Niederlassung des amerikanischen Unternehmens, beschrieb Rodríguez als „einen historischen Schritt für Venezuela“, der es der südamerikanischen Nation erlaubte, den sogenannten „wesentlichen Dienst“ wiederherzustellen. Die Transaktion fand unter der Leitung des Energieministers Rolando Alcalá statt, einem Elektrotechniker, den Rodríguez vor drei Monaten ernannt hatte.
Rodríguez kooperierte eng mit der Regierung von Trump bei mehreren Angelegenheiten. Während US-Truppen letzte Woche eine militärische Aktion durchführten, bei der der Anführer der kriminellen Bande Tren de Aragua getötet wurde, wiesen Oppositionsvertreter darauf hin, dass sich seit der Absetzung Maduro kaum Änderungen in den legislativen, exekutiven und justiziellen Gewalten eingestellt hatten. Der US-Außenminister Marco Rubio betonte daraufhin, dass letztlich eine freie und faire demokratische Wahl in Venezuela notwendig sei, um die Art von Investitionen anzuziehen, die das Land benötigte, und dass dafür die notwendigen Bedingungen geschaffen werden müßten.