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Verbrechen in der Gefangenschaft: Offenlegung von Folter und sexueller Gewalt in russischen Haftanstalten

Untersuchungen enthüllten systematische Misshandlungen und die Verflechtung von staatlichen Akteuren in der Ukraine

Am frühen Morgen eines Oktobermorgens 2019 enthüllten Ermittlungen der BBC die Zustände in russischen Haftanstalten in der Ukraine. Eine Gruppe von Männern stürmte ein Auto und nahm Liudmyla Huseinova, als sie ihr Zuhause verließ, in Empfang. Sie berichtete, dass sie drei Jahre und dreizehn Tage lang in dem geheimen Detenzsystem Russlands in Teilen der Ukraine gefangen gehalten wurde, woraus sie eine „Albtraum“ beschrieb. Während dieser Zeit erlitt sie erhebliche körperliche und seelische Schäden.

Die Ermittlungen identifizierten Yurii Temerbek, einen ukrainischen Verkehrspolizisten, der sich den separatistischen Bewegungen anschloss. Zwei Wochen später berichtete Huseinova, dass ein Mann mit russischem Akzent sie in einem berüchtigten Haftzentrum sexuell misshandelte. Die Untersuchung deckte weitere zwei Männer auf, die angeklagt wurden, Gefangene misshandelt zu haben, und beleuchtete ein System, das der ukrainischen und internationalen Justiz nahezu entging.

Die Haftzentren, die diese Männer unterstützten, gehörten zu einem System, bei dem das UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) feststellte, dass die Folter und Misshandlung von Zivilisten „systematisch und weit verbreitet“ waren. Überlebende berichteten von Schlägen, elektrischen Schocks, gefälschten Hinrichtungen und sexueller Gewalt. Zivilisten wurden willkürlich festgehalten, und Familien erhielten kaum Informationen über den Zustand ihrer Angehörigen.

Die ukrainischen Behörden gaben an, dass über sechzehntausend Zivilisten entführt oder verschwunden waren. Diese Fälle folgten der vollen Invasion Russlands im Jahr 2022 oder datierten aus dem Jahr 2014, als Russland die südliche ukrainische Halbinsel Krim annektierte und Teile Osteuropas besetzte. Die Verbrechen zeigten eine weitgehende Immunität vor internationalen Gerichten.

Die Ermittler der BBC arbeiteten mit ukrainischen Open-Source-Untersuchern zusammen, um Details über Temerbek und andere Täter zu sammeln. Sie fanden heraus, dass Temerbek ein ukrainisches Sprachstudium absolvierte und eine Familie besaß. Fotos aus der Zeit vor 2014 zeigten ihn in ukrainischer Polizeimütze. Die Ermittler identifizierten zudem Ruslan Yeriomichev, einen weiteren Täter, dessen soziale Medien und Dokumente auf seine Verbindung zu den paramilitärischen Kräften hindeuteten.

Die ukrainischen Staatsanwaltschaften leiteten Strafverfahren gegen mehrere Personen ein, die für grausame Behandlung von Kriegsgefangenen und Zivilisten verantwortlich waren. Obwohl einige Personen in Abwesenheit verurteilt wurden, war die Identifizierung der Täter und die Verfolgung ihrer Verbrechen ein wichtiger Schritt zur Rechenschaftspflicht. Liudmyla Huseinova betonte, dass Gerechtigkeit nicht Rache sei, sondern die Verurteilung der Täter durch das Gesetz. Sie betonte, dass die Erinnerungen an die erlittenen Traumata für sie noch immer gefroren blieben.

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