Ein Geschäftsmann stand in Malta vor Gericht wegen seiner Komplizenschaft im Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia. Fenech, der Erbe eines Immobilienimperiums, wurde beschuldigt, für den Mord aufgekommen zu sein. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Motivation hinter dem Attentat, das im Oktober 2017 durch einen Autoverkehrunfall stattfand und zur Todesfolge führte. Die Anklage behauptete, Fenech habe Hitmen beauftragt, um die Journalistin zu töten.
Der Schlüsselzeuge in diesem Verfahren war ein Taxifahrer, der als Vermittler zwischen Fenech und drei Männern auftrat, die für die Durchführung des Mordes verurteilt worden waren. Der Zeuge berichtete, dass Fenech ihm angewiesen hatte, einen bekannten Kriminellen zu kontaktieren und den Mord zu arrangieren. Der Grund lag in dem Wunsch, seinen Onkel Raymond Fenech, den Familienvorstand, vor den Enthüllungen zu schützen. Fenech forderte den Taxifahrer auf, Daphne zu töten, da sie Informationen über den Onkel preisgeben würde.
Der Zeuge erklärte später, dass die Erklärung für den Mord im Laufe der Zeit wechselte und dass der eigentliche Täter Yorgen Fenech selbst war. Die Planung fand im April 2017 statt, als die beiden Männer Bekannte waren. Der Taxifahrer berichtete, dass Fenech den Mord als eine Art Ablenkung plant hatte, um die Enthüllungen über Yorgen selbst zu verhindern. Er beschrieb die Situation als eine Beziehung, in der Fenech eine dominante Rolle spielte.
Der Taxifahrer schilderte den Ablauf der Ereignisse. Nach Erhalt des Auftrags ging er zu den Docks in Marsa, wo die Täter ein Lagerhaus nutzten. Er erklärte, dass Fenech die Kosten für den Mord vereinbart hatte, jedoch den Angriff abbrechen wollte, als der damalige Premierminister Joseph Muscat eine frühzeitige Parlamentswahl anberaumte. Stattdessen beauftragte Fenech den Taxifahrer, eine Wette auf Muscats zweite Amtszeit zu platzieren. Als Muscat im Juni 2017 mit einer überwältigenden Mehrheit zurückkehrte, rief Fenech ihm an und wies an, mit dem Mord fortzufahren. Der Taxifahrer gab Fenech die Wette und erhielt eine Summe von dreihunderttausend Euro.
Nachdem die Täter eine Anzahlung erhalten und die Bewegungen der Journalistin gescannt worden waren, erhielt der Zeuge ein Notfalltelefon. Fenech zeigte sich ungeduldig und forderte den Taxifahrer auf, den Zeitplan zu beschleunigen. Yorgen Fenech fragte ihn mehrmals, wann der Mord stattfände, und sendete ihm sogar eine Nachricht, in der er erklärte, er bereite Champagner vor, falls der Mord geschehen würde. Der Zeuge beschrieb den Moment, als er von dem Tod von Daphne durch die Fernsehnachrichten erfuhr. Er berichtete, dass sein Leben dann endete, als sie getötet wurde.
Fenech wies die Anklage wegen Komplizenschaft im freiwilligen Mord zurück. Das Verfahren lief weiter.