Der Verdächtige Abdikerm Eidleh, 42 Jahre alt, wurde in Mogadishu, Somalia, festgenommen. Die Verhaftung erfolgte nach einer Durchsuchung durch die Bundesbehörden und somalische Geheimdienstoffiziere, wie das Justizministerium mitteilte. Eidleh galt als angeblicher Anführer einer umfangreichen Betrugsmasche, die während der Pandemie in Minnesota stattfand. Er hatte vier Jahre lang auf der Flucht gelebt, bevor er in Somalia gefasst wurde.
Die Verhaftung folgte auf eine Anklage vom 22. September 2022, in der Eidleh als Hauptverantwortlicher für eine Untersuchung über einen 250-Millionen-Dollar-Betrug genannt wurde. Die Anklage umfasste 31 Vorwürfe, darunter die Verschwörung zur Durchführung von Geldbetrug, Bestechung und Geldwäsche. Die Ermittler warfen Eidleh vor, persönlich fünf Millionen Dollar in Bestechungsgelder und Zahlungen gesammelt zu haben. Dies geschah, nachdem er Restaurants und Catering-Betriebe dazu veranlasst hatte, die für die Erstattung von Pandemie-Rechnungen eingereichten Belege übertrieben darzustellen.
Eidleh fungierte als Stellvertreter des Hauptverantwortlichen der Masche, Aimee Bock. Bock war bereits verurteilt und erhielt eine Haftstrafe von über 40 Jahren. Daniel Rosen, Staatsanwalt für Minnesota, bezeichnete Eidleh als eine zentrale Figur und betonte, dass er für die Bestechung und die Rekrutierung von Unternehmen verantwortlich war, um den amerikanischen Steuerzahler zu betrügen. Die Staatsanwaltschaft rechnete an, dass die Gesamtsumme der gestohlenen Gelder in diesen Betrugsfällen eine Milliarde Dollar überschritt.
Zusätzlich wurden 79 Personen angeklagt, von denen viele von somalischem Abstammung waren. Zahlreiche Angeklagte der Masche, die unter dem Namen „Feeding Our Future“ operierte, wurden auch in Minnesota wegen angeblicher betrügerischer Aktivitäten im Zusammenhang mit staatlichen Sozialleistungen angeklagt. Eidleh betrieb angeblich seine eigene betrügerische Plattform und behauptete fälschlicherweise, täglich Mahlzeiten für Tausende von Kindern zu servieren. Ein stellvertretender Generalstaatsanwalt erklärte, dass der Beschuldigte nicht nur Steuergelder gestohlen, sondern auch gefährdete Kinder von lebenswichtigen Ressourcen beriebt hatte.
Die Ermittlungen zeigten, dass die Organisation „Feeding Our Future“ ein „Pay-to-Play“-Schema darstellte. Hierbei lenkten Betreiber von Verteilungsplattformen illegal ihre Einnahmen an die Mitarbeiter der Organisation, wie Eidleh und Bock. Diese Zahlungen wurden als Beratungsgebühren getarnt und über Scheinfirmen abgerechnet. Die Ermittlungen zeigten, dass die Kapitel dieser Masche möglicherweise endeten, doch die Behörden betonten die fortlaufende Arbeit zum Schutz des Steuerzahlers.