Eine verlorene Erinnerung eines Überlebenden der Hiroshima-Angriffe fand nach Jahrzehnten in einem amerikanischen Archiv. Das 230-seitige Buch wurde von Kiyoshi Tanimoto verfasst, der die Zerstörung der Stadt nach dem Abwurf der Atombombe im Jahr 1945 miterlebte. Die Entdeckung des Memos ermöglichte es nun, diese Geschichte erstmals zu veröffentlichen.
Tanimoto, der 1986 im Alter von 77 Jahren starb, war ein Methodist-Priester. Sein Leben wurde gerettet, weil er an jenem Tag abwesend war und eine Garderobe in eine andere Stadt transportierte. Er kehrte zurück und fand unvorstellbare Schrecken. Er beschloss, dass eine Erinnerung helfen würde, sicherzustellen, dass niemand diese Erfahrung jemals wieder machen müsse.
Die Relevanz des Buches erhöhte sich durch die aktuellen nuklearen Bedrohungen. Ein Film über Hiroshima und die Veröffentlichung einer Überlebendenerzählung erschien zeitgemäß angesichts der Situation im Iran und Nordkorea. Ein Produzent betonte die Dringlichkeit: „Es war eine tiefgehende Betrachtung dessen, was diese schreckliche Bombe bewirkte. Es ist heutzutage sehr aktuell. Man kann sich nichts Schlimmeres vorstellen als Hiroshima, aber es könnte schlimmer sein – angeblich zehnmal stärker heute. Wir mussten sicherstellen, dass dies nicht wieder geschehen würde.“
Die Bombardierung von Hiroshima am 6. August 1945 beendete den Zweiten Weltkrieg. Die erste nukleare Attacke vernichtete die Stadt und tötete schätzungsweise 120.000 Menschen innerhalb der ersten vier Tage. Die USA warfen anschließend eine Plutoniumbombe auf Nagasaki, welche etwa 73.000 Menschen tötete. Die Kapitulation Japans erfolgte am 15. August.
Die Tochter von Tanimoto, Koko Tanimoto Kondo, erklärte, dass Erinnerung die Hoffnung für das Überleben der Menschheit sei. Im Vorwort des Buches betonte sie die Notwendigkeit, dass zukünftige Generationen diese Ereignisse in Erinnerung behielten. Das Buch erschien am 6. August, dem Jahrestag von Hiroshima, und wurde von Random House in den USA sowie von Penguin weltweit veröffentlicht. Der Text wurde von einem Produzenten als „wunderschön geschrieben“ beschrieben.