Das Vertrauen in die Nachrichten erreichte weltweit einen neuen Tiefstand. Eine aktuelle Studie zeigte, dass das Vertrauen in die Nachrichten auf 37 Prozent fiel, was drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Dies stellte den niedrigsten Wert seit den jährlichen Berichten des Reuters Institute dar, die vor über einem Jahrzehnt begannen.
In Großbritannien sank das Vertrauen in die Medien um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent. Dies entsprach einer Reduktion von zwanzig Prozentpunkten im Vergleich zu vor zehn Jahren. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete, dass sie ihre Nachrichten nun von Drittplattformen wie sozialen Netzwerken und Videonetzwerken erhielten. Dennoch nutzten viele weiterhin Nachrichtenwebsites und Fernsehsender. Traditionelle Informationsquellen blieben in Großbritannien jedoch weiterhin populär.
Das Institut stellte fest, dass die Daten eine Mischung aus Angst, Desengagement und Zynismus bei den Lesern aufzeigten. Viele empfanden die Art und Weise, wie Verleger lang laufende Themen wie Migration, Inflation und internationalen Konflikten berichteten, als unbefriedigend. Gleichzeitig zeigte die Untersuchung eine Offenheit für neue Quellen und Formate sowie die Überzeugung, dass Nachrichten in ihrer besten Form Mehrwert boten.
Obwohl die Nutzung von Nachrichten über soziale Medien zunahm, blieb das Vertrauen in dieses Format mit nur 22 Prozent deutlich geringer als das allgemeine Vertrauen in die Nachrichten. Nur zehn Prozent der Befragten gaben an, dass die meisten ihrer Informationsbedürfnisse von Erstellern und Influencern gedeckt wurden, was darauf hindeutete, dass diese Akteure traditionelle Medien ergänzten, nicht ersetzten.
Auch das Vertrauen in Antworten von Künstlicher Intelligenz (KI) blieb mit 20 Prozent moderat, obwohl die wöchentliche Nutzung von KI-Chatbots von sieben auf zehn Prozent stieg. Die Unterstützung für unparteiische Nachrichten blieb weitgehend unverändert. In den Vereinigten Staaten lag das Vertrauen in die Nachrichten bei 25 Prozent, und dieser Wert sank bei politisch rechts orientierten Amerikanern auf nur 15 Prozent.
Die Verbreitung von Online-Nachrichtenvideos etablierte sich weltweit als Mainstream-Phänomen. Sie konsumierten global siebenundsiebzig Prozent der Online-Nachrichtenwiedergaben wöchentlich. Dies übertraf die Berichterstattung durch das traditionelle Fernsehformat in allen Märkten, mit Ausnahme Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande. Die Popularität von Erstellern und Online-Videos bewies nicht, dass Menschen Nachrichten nicht mehr wollten, sondern deutete darauf hin, dass sie Nachrichten zugänglicher, verständlicher und relevanter für ihr Leben wünschten.