Die Verwaltung der Vereinigten Staaten signalisiert eine Lockerung der Jagdregulierungen in Nationalparks, Schutzgebieten und Wildniszonen. Dies geschah auf Anweisung des Staatssekretärs für Inneres Doug Burgum, der mehrere Behörden beauftragte, unnötige administrative und regulatorische Barrieren für Jagd und Fischerei abzuschaffen. Burgum argumentierte, dass die Erleichterung des Zugangs zu diesen Flächen nicht nur den Naturschutz stärkt, sondern auch ländliche Wirtschaften, die öffentliche Gesundheit und den Zugang zu Freilufträumen unterstützt. Die offizielle Linie besagt, dass öffentliche und vom Bund verwaltete Gebiete für Jagd und Fischerei zugänglich sein sollten, es sei denn, es existiert eine spezifische, dokumentierte und rechtlich fundierte Ausnahme.
Diese Anordnung betrifft fünfundfünfzig Standorte in den unteren achtundvierzig Bundesstaaten unter der Zuständigkeit des National Park Service. Lokale Verwalter haben bereits Verbote für Jagdstandorte, die Bäume beschädigen, sowie für das Training von Jagdhunden aufgehoben. Beispiele für die praktischen Änderungen umfassen die Verlängerung der Jagdsaison in Küstenregionen oder die Erlaubnis, Wildtiere in bestimmten Bereichen zu erlegen. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, Jagd in sanitären Einrichtungen oder die Erlaubnis zur Erlegung von Meerestieren in bestimmten Parks gestattet.
Die Maßnahme erfolgt angesichts eines allgemeinen Rückgangs der Jagdaktivitäten, der durch zunehmende Urbanisierung bedingt ist. Statistiken zeigen, dass nur ein geringer Anteil der Bevölkerung als Jäger zählt, was staatliche Naturschutzbehörden zusätzlich belastet. Die Einnahmen aus Jagd- und Waffensteuern sind dadurch reduziert, was die finanzielle Grundlage für die Verwaltung schwächt. Befürworter der Jagd suchen alternative Wege, um den Sport zu erhalten, beispielsweise durch die Förderung der Jagd bei Frauen und Kindern sowie die Schaffung von Jagdzeiten für weitere Tierarten.
Einige Experten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Vorgehensweise. Ein ehemaliger Superintendent des Yellowstone-Nationalparks betonte, dass die Regelungen auf Basis von Konsultationen mit Interessengruppen entstanden seien und eine Änderung ohne umfassende öffentliche Diskussion keinen Sinn mache. Andere kritisierten, dass die neue Anordnung nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und die Nutzung öffentlicher Ressourcen beeinträchtigen könne. Dennoch sehen Jagdverbände die Anordnung als einen notwendigen Ausgleich zwischen dem Schutz der Tierwelt und der Wahrung der Outdoor-Traditionen.