Vier Renaissance-Gemälde von außergewöhnlichem Wert verschwanden aus einem Museum in Sizilien, wie die Kulturministerin Italiens mitteilte. Alessandro Giuli bestätigte, dass drei Tafeln des Polyptychs von San Gregorio sowie eine doppelseitige Tafel der Madonna mit Kind und Christus in Pietà gestohlen worden waren. Alle Werke wurden Antonello da Messina zugeschrieben. Der Diebstahl ereignete sich in der Nacht zum Samstag im Regionalen Interdisziplinären Museum in Messina.
Die Polizei untersuchte derzeit, wie die Diebe in das Museum gelangten, ohne dass Alarmanlagen ausgelöst wurden, und wer für den Vorfall verantwortlich war. Die Ermittler vermuteten zunächst, dass die Gemälde von Schwarzmarkt-Kunstdieben bestellt worden waren. Es wurde berichtet, dass die Madonna mit Christus in Pietà direkt aus einer gesicherten Vitrine entfernt wurde. Alle gestohlenen Werke befanden sich auf Holztafeln, was deren einfache Rollung verhinderte.
Die Direktorin des Museums, Marisa Mercurio, äußerte sich schockiert über den Vorfall und bezeichnete ihn als einen großen Verlust für das Museum, die Stadt, die Gemeinschaft und die Kunstwelt. Der Bürgermeister von Messina, Federico Basile, zeigte sich zutiefst empört über den „heuligen kriminellen Akt“. Er betonte, dass ein Erbe aller Menschen von Messina verletzt worden sei und die Stadt ihre Geschichte nicht gestohlen ließe.
Antonello da Messina, ein Maler des fünfzehnten Jahrhunderts, der auf Sizilien geboren und aufgewachsen war, entwickelte sich zu einem der Meistermaler der frühen Renaissance. Sein Polyptych von San Gregorio, der 1473 gemalt wurde, zeigte die Jungfrau Maria mit einem Säugling Jesus Christus, flankiert von St. Gregor und St. Benedikt sowie mehreren Engeln. Dieses Werk, von dem fünf Tafeln überlebten, wurde für das Kloster Santa Maria in Auftrag gegeben.
Der doppelte Tafel, der einen Säugling Christus zeigte, der einen Anhänger segnete, während er von der Jungfrau Maria gehalten wurde, sowie einen erwachsenen Christus in der Totenhaltung auf der anderen Seite, wurde zeitgleich geschaffen. Seine geringe Größe deutete darauf hin, dass das Werk ursprünglich für den privaten Gottesdienst verwendet wurde.
Der Vorfall erfolgte kurz nach der Bekanntgabe der italienischen Spezialeinheit für Kunstkriminalität, die bereits einige Kunstwerke aus einem Museum nahe Parma zurückgewonnen hatte. Die Sicherheit unschätzbarer Kunstwerke und Artefakte in europäischen Museen stand in letzter Zeit in Frage. Dies zeigte sich beispielsweise, als eine Bande von Dieben im Louvre in Paris bei Tageslicht eindrang und €88 Millionen an historischen Schmuck entwendete.