Die Vogelgrippe, bekannt als H5N1, verbreitete sich lokal in Australien. Die Behörden meldeten elf neue Verdachtsfälle in südaustralischen Vögeln, darunter vier Fälle auf der Kangaroo Island. Dies führte dazu, dass Australien insgesamt 27 bestätigte Fälle registrierte. Die Ministerin für Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft, Julie Collins, bestätigte, dass eine lokale Übertragung zwischen bestimmten Vögeln stattgefunden hatte. Diese Entwicklung war zwar nicht unerwartet, doch sie signalisierte eine ernste Bedrohung für die heimische Tierwelt.
Die Situation wirkte besonders besorgniserregend für die Meeressäugerpopulationen. Die Vogelgrippe betraf beispielsweise die Großen Krabbentern, die in Südaustralien ansässig waren. Experten befürchteten massive Verluste bei den Seelöwen auf der Kangaroo Island, wo die Population des drittgrößten australischen Seelions gefährdet war. Die Meeressäuger standen damit an vorderster Front einer möglichen Artenkrise. Während in anderen Regionen ähnliche Viren katastrophale Folgen für Populationen hatten, sah sich Australien mit der Möglichkeit konfrontiert, ähnliche Verheerungen in seiner eigenen Tierwelt zu erleben.
Die Risikobewertung für die heimische Fauna zeigte erhebliche Gefahren. Mehr als 150 heimische Vogelarten wurden als „sehr hohes Risiko“ für das Aussterben oder einen massiven Rückgang eingestuft. Zudem waren über zehn Säugetierarten, darunter der australische Seelion und verschiedene Pelzrobbenarten, von sehr hohem Risiko betroffen. Die Gefahr für die landwirtschaftliche Industrie blieb jedoch gering, da bisher keine H5-Erdete in Geflügel oder landwirtschaftlichen Betrieben festgestellt worden war.
Die Regierung reagierte auf die Bedrohung mit verstärkten Maßnahmen. Es wurden Investitionen in die Vorbereitung auf die Ankunft des Virus vorgenommen, und es folgten zusätzliche Mittel für die Überwachung und den Schutz. Die Behörden konzentrierten sich auf die Überwachung der Viruszirkulation und die Reduzierung der Auswirkungen dort, wo dies möglich war. Es wurden auch Maßnahmen zur Sicherung von Zuchtpopulationen und zur Implementierung von Maßnahmen zur Eindämmung des Kontakts zwischen wilden Vögeln und Geflügel ergriffen.
Organisationen wie die australische Meeresconservation Society forderten die Einrichtung eines nationalen Fonds zur Widerstandsfähigkeit der Tierwelt. Dieser Fonds sollte dem Notfallschutz und der Erholung der am stärksten gefährdeten Arten dienen. Die Herausforderung lag darin, die Verbreitung des Virus zu stoppen, doch die Erfahrung zeigte, dass Verluste in der natürlichen Umgebung unvermeidlich blieben, sobald das Virus in wilden Vogelpopulationen weit verbreitet war.