Gunther von Hagens, der Schöpfer der umstrittenen Ausstellungen „Body Worlds“, starb im Alter von achtzigundachtzig Jahren. Seine Familie teilte mit, dass er am Freitag verstorben war, nachdem er in eine Klinik in Heidelberg, Deutschland, eingeliefert worden war, wo er eine Hirnblutung erlitt. Von Hagens litt fast zwei Jahrzehnte an Parkinson. 11 August 2015 berichtete die Familie, dass es sich um den eigenen Wunsch von von Hagens handelte, seinen Körper für die Plastination zur Verfügung zu stellen. Die Familie versprach, diesen Wunsch zu erfüllen und seine Wünsche zu respektieren.
Von Hagens entwickelte die Technik der Plastination, bei der Flüssigkeiten und Fettgewebe von Leichen durch Gummi und Polymere ersetzt wurden. Diese Methode ermöglichte es, anatomische Strukturen sichtbar zu machen. Über fünfundfünfzig Millionen Menschen weltweit sahen seine Ausstellungen. Dennoch stießen seine Darstellungen menschlicher Überreste auf heftige Kritik von religiösen Gruppen und anderen Organisationen.
Von Hagens wurde als Pionier, Forscher und Erfinder gefeiert, der die Anatomie der breiten Öffentlichkeit zugänglich machte. Gleichzeitig war er jedoch von Kritikern mit Vorwürfen des Voyeurismus und der kommerziellen Verwertung des Todes belegt. Im Jahr 2002 löste er weitere Kontroversen aus, als er die erste öffentliche Autopsie in London für 170 Jahre aufzeichnete. Obwohl die Behörden eine illegale Handlung warnen, wurden keine Anklagen erhoben.
Von Hagens wurde in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs in einem von Nazi besetzten Polen geboren. Er wuchs in der kommunistischen Ostdeutschland auf, bevor er 1970 in den Westen floh. In den folgenden Jahren entwickelte er den Plastinationsprozess, wobei die Proben als Lehrmittel an Universitäten oder Forschungsinstituten eingesetzt wurden. Die Arbeit von von Hagens veränderte die Sichtweise auf die Anatomie grundlegend.