FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wirtschaft

Vorhersagemärkte setzen auf australische Wahlen: Regulatorische Bedenken wachsen

US-basierte Plattformen nehmen Wetten auf politische Aussagen des Premierministers auf und stellen Regulierungsbehörden vor Herausforderungen

US-basierte Vorhersagemärkte setzten Zehntausende von Dollar auf australische Wahlen und spezifische Äußerungen des Premierministers Anthony Albanese. Dies löste bei Organisationen für Glücksspielschaden und im Wettssektor Alarm aus. Australische Finanz- und Medienregulierungsbehörden beobachteten die explosionsartige Popularität von Plattformen wie Kalshi und Polymarket, welche Finanzbörsen betrieben, auf denen Nutzer Anteile an Verträgen über das Ergebnis von Ereignissen kauften.

Obwohl keines der Dienste von australischen Regulierungsbehörden genehmigt wurde und australische Nutzer keinen Zugang erhielten, erklärten Experten, dass die Plattformen durch Online-VPNs leicht zugänglich waren. Martin Thomas, CEO der Allianz für Glücksspielreform, äußerte seine Besorgnis: „Wir befürchteten dies. Es würde Teil der nächsten Welle des Glücksspiels in Australien werden, welche tiefgreifende Auswirkungen hätte und bei der Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern weit hinterherhinken würden.“

Diese Vorhersagemärkte erlaubten Nutzern den Kauf von Anteilen an Ja/Nein-Märkten gegen andere Nutzer, basierend auf Ereignissen aus dem Sport, der Politik oder der Popkultur. Während traditionelle Glücksspielplattformen Wetten gegen Buchmacher ermöglichten, argumentierten Befürworter des Glücksspielschadens, dass diese Plattformen ähnliche Mechanismen nutzten. Kalshi und Polymarket boten Märkte zu Themen wie Fußballspielen, Bitcoin-Preisen oder politischen Aussagen. Polymarket erzielte beispielsweise fast 500.000 US-Dollar an Handelsvolumen beim Wahlergebnis der Farrer-Wahl, während Kalshi 98.572 US-Dollar generierte.

Kalshi bot Märkte an, die sich auf die Arbeitslosenquote Australiens oder auf die Entscheidung der Reserve Bank bezogen. Zudem bot Kalshi Märkte zu Aussagen, die Albanese während der Parlamentsfragen tätigte, wobei 13.000 US-Dollar auf Verträge bezogen wurden, die sich auf Aussagen zu Themen wie „Iran“ oder „Steuererleichterungen“ bezogen. Polymarket bot Märkte zu Entscheidungen der Reserve Bank oder zur Frage, ob Albanese bis Juni oder Dezember Premierminister zurücktreten würde.

Kai Cantwell, CEO von Responsible Wagering Australia, betonte, dass die Nachfrage nach diesen Produkten durch illegale Offshore-Betreiber außerhalb der australischen Gesetze gedeckt wurde. Er erklärte, dass diese Plattformen erhebliche Integritätsrisiken schufen, da die Märkte leicht manipuliert werden konnten, insbesondere bei mangelnder Transparenz. Thomas äußerte zudem die Sorge, dass die bevorstehenden Reformen im Bereich des Glücksspiels die neue Entwicklung nicht adäquat adressierten, da diese Trends schnell in das Land gelangten.

Die australische Kommunikations- und Medienbehörde (Acma) hatte Polymarket im Jahr 2025 untersucht und eine formelle Warnung an das Unternehmen gesendet. Acma stellte fest, dass die Plattformen Glücksspieldienste ohne gültige Lizenz anboten. Eine Sprecherin von Kalshi versicherte, dass das Unternehmen sich „regulierungsfokussiert“ verhalten wollte, jedoch keine Pläne zur Betriebsgenehmigung in Australien vorlagen. Die australische Wertpapier- und Investmentkommission (ASIC) bezeichnete Wetten auf Vorhersagemärkte als „risikoreich und spekulativ“ und wies darauf hin, dass diese Anbieter keine australische Lizenz besaßen.

AustralienGlücksspielRegulierungPolitikVorhersagemärkte

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp