Der Verkauf von Wärmepumpen stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres über ganz Europa. Diese Entwicklung resultierte aus einer Kombination von staatlichen Steuerreduktionen und einer allgemeinen Verschiebung der Energieprioritäten. Laut der Europäischen Wärmepumpen-Assoziation meldete die Organisation, dass in zwölf europäischen Ländern insgesamt 1,16 Millionen Wärmepumpen verkauft wurden. Dies markierte einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025.
Die Dynamik hinter diesem Wachstum wurde maßgeblich durch geopolitische Ereignisse und politische Entscheidungen befeuert. Die Eskalation des Konflikts im Iran führte zu einer Erhöhung der Öl- und Gaspreise. Die faktische Schließung des Hormusstraits störte den Transport von Rohstoffen erheblich und trieb den Preis für Rohöl zeitweise auf 126 Dollar pro Barrel. Diese Preissteigerungen verstärkten den Druck auf die europäischen Regierungen, den Übergang von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energiequellen zu beschleunigen.
Die zentrale Rolle spielte die Veränderung der Energiebesteuerung. Die Europäische Kommission veröffentlichte Pläne, EU-Regierungen dazu zu bewegen, die Stromsteuern zu senken und den Wechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Quellen zu beschleunigen. Die Assoziation betonte, dass die Popularität der Heizsysteme stark von den Strompreisen abhing. Die Wärmepumpe, welche Wärmeenergie von einem Ort zum anderen überträgt, profitierte direkt von günstigerer elektrischer Energie.
In Ländern, in denen die Stromsteuern gesenkt wurden, verzeichneten die Wärmepumpen einen deutlichen Anstieg. In Deutschland beispielsweise führte ein Subventionsprogramm dazu, dass die Wärmepumpe zur Nummer eins der Heiztechnologien wurde. Die Industrie fand heraus, dass Steuern auf den Strom oft höher waren als auf das Gas, was die Kosten stark erhöhte. Dies führte in einigen Ländern zu einer langsameren Einführung von Wärmepumpen und einer stärkeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Die Organisation forderte eine klare Strategie: Die Besteuerung des Stroms sollte nicht höher sein als die des Gases. Brüssel hoffte, die Netzgebühren anzupassen, um flexible Optionen wie Wärmepumpen zu belohnen. Experten argumentierten, dass Europa seine Abhängigkeit von Gas beenden müsse. Die Lösung lag in der Senkung der Stromsteuern und deren Umverteilung auf fossile Brennstoffe. Die Mitgliedsstaaten mussten diese Richtlinien nun umsetzen, um eine saubere Energiezukunft zu erreichen.