Eine führende Forschungseinrichtung fand heraus, dass die öffentliche Wahrnehmung der Netto-Migration im Vereinigten Königreich eine erhebliche Kluft zur Realität darstellte. Viele Wähler glaubten fälschlicherweise, dass die Migration zunahm, obwohl die offiziellen Zahlen in den Jahren stark zurückgingen. Die Forschungsergebnisse, veröffentlicht vor den jüngsten Regierungsstatistiken, enthüllten, dass ein substanzieller Teil der Bevölkerung die Zunahme der Migration glaubte, während die Daten einen deutlichen Rückgang zeigten.
Die offiziellen Zahlen zeigten einen starken Rückgang der Netto-Migration. Die Zahl sank von einem Höchststand von 944.000 im Jahr bis März 2023 auf 204.000 im Juni 2025. Dennoch existierte eine Diskrepanz in der öffentlichen Meinung. Sie untersuchten die Einstellungen von Menschen mit skeptischen und liberalen Ansichten. Sie fanden heraus, dass 67 Prozent der Menschen mit skeptischen Ansichten zur Einwanderung glaubten, dass die Netto-Migration gestiegen war, verglichen mit nur 37 Prozent der liberalen Wähler. Zudem glaubten sechs von zehn Menschen, die eine Reduzierung der Einwanderung wünschten, weiterhin, dass die Zahlen stiegen.
Die Forscher identifizierten spezifische Fehler in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Bevölkerung glaubte, dass Asylsuchende 33 Prozent der Migration ausmachten, obwohl die tatsächliche Zahl nur neun Prozent betrug. Ebenso glaubten die Befragten, dass Personen, die für Studien in das Vereinigte Königreich reisten, 24 Prozent der Migration ausmachten, während dies in Wirklichkeit nur etwas über die Hälfte der Gesamtzahl darstellte. Diese Wahrnehmungslücke prägte nicht nur die Migrationsdebatte, sondern beeinflusste auch die politische Landschaft insgesamt, wie der Direktor von British Future, Sunder Katwala, feststellte.
Katwala bemerkte, dass es wenig überraschend war, wenn Wähler glaubten, die Migration stiege, während die einzige Debatte die Reduzierung der Zuwanderung betraf. Er argumentierte, dass eine gesunde Diskussion über die Bewältigung der Auswirkungen und Gewinne der Migration notwendig sei. Die Debatte um Migration wurde durch den Brexit polarisiert, und die Rhetorik zur Verhinderung unautorisierter Überfahrten der Kanalinsel prägte die Einstellungen über ein Jahrzehnt.
Auch wenn die Zahlen der Netto-Migration sanken, sprachen Labour- und Konservative-Abgeordnete in den letzten fünf Jahren mit zunehmender Feindseligkeit über Migration. Die Analyse zeigte, dass Misstrauen gegenüber der Einwanderung über alle Parteien hinweg geteilt wurde. Die Hausministerin Shabana Mahmood räumte einen Rückgang der Netto-Migration ein, betonte jedoch, dass die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Migration einen immensen Druck auf lokale Gemeinschaften ausübten. Die Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass die Sorgen um Migration und kleine Boote in tiefer liegenden Themen wie Sicherheit und Stabilität wurzelten. Die Experten schlossen, dass die Diskussion über den Rückgang der Netto-Migration allein nicht ausreichte, um die öffentliche Meinung zu verändern.