Die Behörden in Frankreich evakuierten Tausende von Menschen aus den Vororten Bordeaux am Samstag. Die Waldbrände in der Region zeigten keinerlei Anzeichen einer Eindämmung, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Sophie Brocas, die die lokale Verwaltung der Region La Nouvelle-Aquitaine und der Gironde leitete, teilte mit, dass Gebiete wie Le Haillan, Eysines und Merignac geräumt wurden.
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu erklärte, dass bisher über 141.000 Menschen aus den Regionen Gironde und Landes evakuiert worden waren, wo die Brände erstmals diese Woche ausbrachen. Er betonte, dass die Flammen eine Intensität erreicht hatten, die noch nie zuvor beobachtet worden war. Die französische Armee wurde zur Unterstützung in den Kampf gegen die Brände eingezogen.
Parallel dazu erklärte die spanische Regierung am Donnerstagabend den Zustand des Notstands. Die Brände bedrohten Gebiete nahe der Hauptstadt und in der Provinz Ávila, was zur Evakuierung oder Inhaftierung von über 63.000 Menschen führte. Dieser Notstand erlaubte der Zentralregierung die Übernahme der Gesamtbefugnisse, die normalerweise den autonomen Regionen vorbehalten waren.
Die regionale Regierung Madrids bat um Unterstützung und beschrieb die Lage als von „extremem Ernst“. Es wurde angemerkt, dass mindestens vier aktive Brände die derzeitige Löschkapazität überstiegen. Die Flammen blieben am Freitag unkontrolliert.
Der spanische Premierminister Pedro Sánchez leitete am Freitagmorgen ein Notfalltreffen im Palast Moncloa. Er versprach, dass die Regierung alle verfügbaren Ressourcen entsandte und die Bevölkerung während der Krise unterstützte. Er dankte auch den Einsatzkräften für ihre unermüdliche Arbeit.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron aktivierte den zivilen Schutzmechanismus der Europäischen Union. Er kündigte an, dass Verstärkungen aus zwei kroatischen Flugzeugen, zwei portugiesischen Flugzeugen sowie zwei schweren Hubschraubern aus der Tschechischen Republik und Slowakei bald verfügbar wären. Der Innenminister Laurent Nuñez berichtete, dass 32 Waldbrände brannten und bereits in diesem Jahr 50.000 Hektar verbrannt waren – eine Menge, die fast viermal so hoch war wie das Gesamtvolumen zum selben Zeitpunkt im Vorjahr.
Wissenschaftler erklärten, dass der Klimawandel häufigere und extremere Wetterereignisse auslöste. Er beschleunigte die Verdunstung von Böden und Wasserwegen und befeuerte die Waldbrände, was zu Tausenden von Todesfällen führte. Europa erholte sich mit einer Rate, die etwa doppelt so hoch war wie der globale Durchschnitt. Beide Länder suchten umfassend die Hilfe der EU, um die Lage zu bewältigen.