Mehr als tausend Waldbrände verheerten Kanada. Die anhaltend trockene und heiße Wetterlage entfachte Hunderte von Bränden im ganzen Land. Zum Mittwoch brannten über neunhundert Feuer, welche etwa drei Millionen Hektar Fläche verbrannten. Die größte Besorgnis galt jedoch den Nordterritorien und Ontario, wo mehrere Brandherde außer Kontrolle gerieten.
Die schlechte Luftqualität wurde in den betroffenen Regionen gemeldet. Rauch, der durch Winde in die Vereinigten Staaten und sogar über den Atlantik nach Nordeuropa getragen wurde, sorgte für erhebliche gesundheitliche Bedenken. Das Risiko weiterer Brände blieb hoch, während Nordamerika die Hochsaison der Hitze und der Feuerperiode erreichte.
Parallel dazu verzeichnete die Stadt Salta in Argentinien die wärmste Nachtminimumtemperatur aller Zeiten am Samstag. Die Temperatur sank nicht unter 26 Grad Celsius. Diese Messung war besonders bemerkenswert, da Argentinien mitten im Winter lag, in dem die durchschnittliche nächtliche Tiefsttemperatur in Salta nur etwa drei Grad Celsius betrug.
Diese außergewöhnliche Wärme wurde durch den Zonda-Wind verursacht, der entsteht, wenn westliche Luftmassen über die Anden strömen und absteigen, während sie sich erwärmte und trocknete. Dieses Phänomen, bekannt als der Foehn-Effekt, trat in Salta in einer ungewöhnlichen Intensität auf. Ein möglicher Faktor war die rasch entwickelnde El Niño im östlichen Pazifik, welche die einströmende Luftmasse wärmer als üblich machte, bevor sie die Stadt erreichte.
Die verstärkende El Niño wird zudem voraussichtlich die Aktivität von Taifunen im westlichen Pazifik erhöhen. Eine tropische Depression bildete am Dienstag, entwickelte sich aber am Donnerstagabend zum tropischen Sturm Noul nördlich der Philippinen. Das System erwartete sich, in den kommenden Tagen zu einem Taifun zu intensivieren, bevor es am Sonntagvormittag als Sturm der Kategorie eins an der südöstlichen Küste Chinas landete.