Tausende Menschen strömten am Sonntag in Notunterkünfte in Frankreich und Spanien, nachdem Brände über weite Gebiete hinwegzogen. Die Flammen hatten über 300.000 Menschen dazu veranlasst, ihre Wohn- und Ferienunterkünfte zu verlassen. Diese Brände zerstörten Wohnhäuser, verdrängten Menschen in einem massiven Ausmaß und lösten eine der größten zivilen Evakuierungsoperationen der Geschichte Frankreichs aus. In beiden Ländern brannten die Feuer weiterhin, und die Lage blieb angespannt.
Ein Todesfall verzeichnete man in Ostspanien, während die Behörden in Frankreich neue Evakuierungen um die Stadt Bordeaux und die spanische Hauptstadt Madrid anordnten. Familien mussten auf Campingbetten in Ausstellungsräumen und Sporthallen übernachten, nachdem sie den Mauern aus Rauch und Flammen entkommen waren. Die Bewohner und Touristen verharrten in Ungewissheit bezüglich ihrer Möglichkeit einer Rückkehr.
Der Gironde-Feuerwehrdienst in Frankreich berichtete, dass das Feuer eine seltene „Pyro-Kumulonimbus“-Wolke erzeugte. Diese Wolke erzeugte eigene Winde und Wirbelstürme, was die Lage „unberechenbar und unkontrollierbar“ machte, erklärte der Feuerwehrmann Kapitän Nicolas Braz.
Die spanischen Behörden verhängten neue Evakuierungen in der Nähe von Toledo, südwestlich von Madrid. Spanien erklärte daraufhin den nationalen Notstand, was die erste solche Maßnahme war, die das Land jemals aufgrund eines Waldbrandes ergriff. Die französische Innenministerin bezeichnete die Evakuierungen als „wahrscheinlich“ die größte zivile Evakuierung, die das Land je erlebt hatte.
Hunderte von Feuerwehrleuten arbeiteten daran, die Flammen einzudämmen, die durch anhaltende Hitzewellen und die Klimakrise befeuert wurden, doch sie konnten den Vorstoß der Brände nicht stoppen. Die französische Regierung rief die Armee zum Einsatz, stellte 1.500 Soldaten bereit und versorgte 1,5 Millionen Gesichtsmasken, um die Bevölkerung vor Rauchvergiftungen zu schützen.
Nach Angaben der französischen Behörden wurden bereits 220.000 Menschen aus dem Hauptfeuer im Südwesten Frankreichs evakuiert, welches die Stadt Bordeaux bedrohte. Zudem schlossen regionale Behörden 60 Kilometer der Hauptverkehrsstraße A63 zwischen Bordeaux und der spanischen Grenze aufgrund der Brände. Weitere Zehntausende Menschen wurden aus anderen Waldbrandgebieten in Frankreich und Zentralspanien evakuiert.