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Walen drohte Gefahr: Umleitungen der Schifffahrt erhöhen Kollisionsrisiko

Wissenschaftler warnen vor erhöhter Gefahr durch veränderte Handelsrouten im Mittelmeerraum

Wissenschaftler warnten vor einem erhöhten Kollisionsrisiko zwischen Walen und Schiffen entlang der südwestlichen Küste Südafrikas. Diese Gefahr resultierte aus der Umleitung von Schifffahrtsrouten, die durch Konflikte im Nahen Osten bedingt waren. Die Umleitung von Schiffen seit 2023, nachdem Houthi-Rebellen ein britisch besetztes Schiff nahe Jemen entführt hatten, steigerte die Wahrscheinlichkeit, dass Schiffe in dieser Region mit den Meeressäugern kollidierten.

Der anhaltende Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran verschärfte die Lage zusätzlich. Dies führte dazu, dass mehr Schiffe Güter zwischen Asien und Europa um Afrika segelten, um den Mittelmeerraum zu umgehen. Laut Berichten des Internationalen Währungsfonds erhöhte sich die Anzahl der kommerziellen Schiffe, die den Kap der Guten Hoffnung zwischen März und April dieses Jahres befuhren, nahezu verdreifacht im Vergleich zum Vorjahr 2023.

Professor Els Vermeulen, Chefwissenschaftlerin an der Wal-Einheit der Universität Pretoria, präsentierte ihre Ergebnisse kürzlich der Internationalen Walfangkommission. Ihr Team analysierte die Verbreitungsmodelle verschiedener Walarten rund um den Westkap und überlagerte diese mit den Schifffahrtsrouten, um potenzielle Kollisionsrisiken zu identifizieren. Vermeulen betonte, dass es aufgrund fehlender aktueller Daten schwierig blieb, die genaue Anzahl der von Schiffen betroffenen Wale zu quantifizieren.

Sie merkte an, dass die meisten Kollisionen tief vom Ozean aus erfolgten. Dies führte dazu, dass die Tiere nicht an der Küste anlandeten, sondern in die Tiefen des Ozeans sank. Diese Art der Sterblichkeit bezeichnete man als „verborgene Mortalität“, welche die genaue Größenordnung des Problems erschwerte. Vermeulen schlug Maßnahmen vor, wie die Anpassung der Schifffahrtsrouten sowie die Reduzierung der Geschwindigkeit der Schiffe zu bestimmten Jahreszeiten. Bis hinreichender Datenerhebung blieben jedoch konkrete Lösungen schwer zu empfehlen.

Das Forschungsteam plante eine systematische Erhebung der Walpopulationen in der Offshore-Zone mittels Flugzeugen oder Booten. Für diese Arbeit benötigten sie jedoch Unterstützung. Vermeulen betonte, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft die Verantwortung trug, verlässliche Daten über die Walpopulationen in der Offshore-Zone zu liefern.

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